Archiv für Juni, 2009

Fast-Food-Check

Posted in Getestet on 30. Juni 2009 by hoegi

Die ersten 18 bis 19 Jahre des durchschnittlichen menschlichen Lebens in unseren Breitengraden verlaufen mit Ausnahme von einigen mehr oder weniger intensiven Schwankungen relativ unspektakulär. Man wird geboren, man wird in den Kindergarten gesteckt, man wird eingeschult, man besucht eine weiterführende Schule (idealerweise sollte es das Gymnasium sein) und dann hat man Abitur.
Diese gesamte Zeitspanne wird im Regelfall von einigen Konstanten begleitet die man eigentlich nicht missen möchte.
Zu nennen wären hier: Die Wäsche ist gewaschen, der Kühlschrank ist immer voll (mehr oder minder), man vergisst keine Geburtstage, man wird im Krankheitsfall gepflegt und am Allerwichtigsten: Mittags steht immer Essen auf dem Tisch.
(Der geneigte Leser wird an dieser Stelle feststellen: Eigentlich dreht sich alles nur um die Services einer Hausfrau oder einer Haushälterin.)

Doch was passiert, wenn man in die große weite Welt hinauszieht und sich all diese Dinge nicht mehr von selbst erledigen? Im Falle völliger persönlicher Inkompetenz verkommt man, die Bude müllt zu und nach rund 4 Monaten wird man verwest in der eigenen Wohnung aufgefunden.
Selbstverständlich kommt man seinen neu erworbenen Pflichten natürlich weitestgehend nach und so gesellen sich zu den Aufgaben die das Leben so mit sich bringt (Uni, Behördenkrams, das Leben an sich) noch die gesammelten Haushaltsaufgaben. Widerwillig werden sie sporadisch erledigt, doch auf die Dauer gesehen wünscht man sich schon, diese Arbeiten outsourcen zu können. Leider liegt eine Haushälterin meist nicht im Budget eines Studenten und so beschränkt sich die outsourceabilty (ein schönes Wort btw) aufs Essen.
Persönlich koche ich recht gern, doch der damit verbundene Aufwand steht nicht immer im Verhältnis zum Ertrag und so ergibt es sich, dass ich mich gelegentlich in Fresstempeln wiederfinde um mich dann schlussendlich zu fragen: Warum bin ich überhaupt hier?

Dieser Frage komme ich im Nachfolgenden weitestgehend nach, indem ich die 5 größten deutschen Fast-Food-Ketten aus meiner Sicht bewerte.
Weiterlesen

Advertisements

There is no such thing as Solidarität

Posted in smile and look alive on 30. Juni 2009 by Herr Grau

Für mich hieß Solidarität bis jetzt 50Cent-Ablasssurrogat-Buttons am Revers, die einem bei einem bestimmten Menschenschlag einen zusätzlichen Profilierungspunkt eingebracht haben. Für Deutschland hieß Solidarität bis dato, dass man viel Geld auf den Tisch haut, um geographisch begrenzt blühende Landschaften zu schaffen oder dass wir immer noch Abends eine Kerze für Elsass-Lothringen ins Fenster stellen.

Frau Merkel teilte uns medienbreit nach dem 11. September mit: „Solidarität heißt, im Zweifel zu allem bereit zu sein.“  Eine Definition, bei der Schillers

„Daß er sein bös Gelüsten nicht vollbracht,
Hat Gott und meine gute Axt verhütet.“

einem direkt als Aufforderung erscheinen mag.

Aber nichts überstürzen: Worum geht es mir hier eigentlich?

Es fängt damit an, dass einige Landesregierungen beschließen, 500€ sei pro Semester ja nun wirklich nicht zu viel verlangt, und damit de facto die Zugangsfreiheit der Bildung vernichten.

Das Argument, wer wirklich wolle, könne das schon irgendwie bestreiten, schmeckt zumindest an dem Abend ein bisschen fahl, wo man das erste mal vom Strich wiederkommt, um sein Studium bezahlen zu können. Meine Universität befand die Situation für günstig, direkt auch noch von allen ca. 30.000 Studenten einen Verwaltungskostenaufschlag von 75€ zu erheben. Das viele Geld muss ja verwaltet werden. Das kennt man von zuhause: Wenn  einem jemand 15 Millionen Euro schenkt, dann kann man sich davon nicht einen einzigen Tretroller kaufen, bevor man nicht 2,25 Millionen Euro Verwaltungsgebühr bekommen hat.

So weit, so nachvollziehbar.

Da gab es aber eine weitere Position, die mich ein wenig stutzig machte. Bei 500€ Bruttosemesterbeitrag werden tatsächlich 694,29€ von meinem unter der Belastung knarzenden Konto abgebucht. Eine große Position ist das Semesterticket, das verpflichtend ist.

Wer hier studieren will, der muss pro Semester 62,29€ an eine dubiose Organisation bezahlen, die sich aus Gründen von höherer Natur für mich verantwortlich fühlt, um am Ende nicht mal den öffentlichen Personennahverkehr nutzen zu dürfen. Das stieß mir dann doch etwas sauer auf und ich habe mal recherchiert, ob ich mir das tatsächlich gefallen lassen muss, denn das macht mal fast 1000€, die ich für eine Leistung bezahle, die ich nicht nutze.

Die Antwort war interessant:

Ja, ich muss. „Warum?“ könnte man da fragen, „Was interessiert es mich, ob irgendwelche Leute, die nur in der selben Stadt wie ich vielleicht Arboristik studieren, kostenlos an die Nordsee fahren können?“ Man könnte es mit dem großen Percival Cox halten „I’m so sorry, I set fire to a big pile of money just this morning!”

Seit wann schert sich denn hier irgendwer um die Studenten?

Es ist gut zu erfahren, dass es das wunderbare bayrische Landesgericht gibt, das entschieden hat: 60€ pro Semester sind ein angemessener, üblicher Solidarbeitrag für einen Studenten und daher nicht anfechtbar.

Ich habe lange über diesen wunderbaren Term nachgedacht. Ein „angemessener Solidarbeitrag“. Ein „üblicher Solidarbeitrag“. Ich habe über das Wort „Solidarität“ meditiert und bin zu dem Schluss gekommen:

There is no such thing.

Solidarität bezeichnet laut Duden den unbedingten Zusammenhalt in Anbetracht eines gemeinsamen Ziels. Bei der Solidarität handelt sich daher um einen sozialen Wert, einen persönlichen Wert, nicht aber um eine Pflicht. Unsere Pflicht ist, sicherzustellen, dass keiner auf offener Straße von einem Klavier überfahren wird. Dass wenn jemandem der Arm abfällt, dass er nicht verhungern muss. Das ist unsere Pflicht. Nicht unsere Pflicht ist, in die selbe Richtung zu gucken, auf das selbe Ziel zu streben. Ich laufe doch nur mit meinen Kommilitonen in eine Richtung, schneller sogar als jene, damit ich irgendwann wieder hinter ihnen auftauchen und sie jagen kann (frei nach Pispers). Ich habe bei Leibe nicht das selbe Ziel.

Es gibt keinen „üblichen“ Solidarbeitrag, denn es gibt nichts derartiges und damit keinen Vergleich für „Üblichkeit“. Ich werde nirgendwo sonst gezwungen, habe nicht mal die Möglichkeit, für meine sozial benachteiligten Mitstudenten Geld anzubringen.

Und sind 120€ im Jahr wirklich als „angemessen“ zu bezeichnen? Ich kenne Leute, für die ist 120€ im Jahr das Gesamtkapital für Freizeitausgaben, ohne den ihre Selbstverwirklichung durch Kaufrausch einfach nicht funktioniert.

Nein, es ist doch hinten und vorne Blödsinn, der Gedanke hinkt genau wie die Definition. Es sind alles vorgeschobene Gründe, um dies zu kaschieren:

Wir müssen sicherstellen, dass nach wie vor alle Studenten kostenlos zum Strich kommen können, damit sie ihr Studiengebühren bezahlen können, sonst bricht letztendlich unser gesamtes Bildungskonzept in sich zusammen.

Mixed Feelings – Basics: Vodka

Posted in Mixed Feelings on 30. Juni 2009 by Herr Grau

Scroll down for the English version

Vodka: Vodka (russ: „Wässerchen“) ist eine Spirituose, die traditionell aus einem Gemisch aus Kartoffeln, Getreide, saurer Milch und Ochsenscheiße vom Fachmann in alten Heizungen destilliert wird. Wie alle Drecksschnäpse (siehe Grappa, Rum) sind sie irgendwann von Samaritern mit Brennblasen im Schuppen so weit verfeinert worden, dass sie irgendwann sogar auf den kleinen Totenkopf mit dem „T*“ verzichten konnten, sprich dass sie von Normalsterblichen getrunken werden konnten, ohne dabei beim Erstkonsum grauenhafte Schäden anzurichten.

Die Firma Smirnoff machte den Vodka Mitte des 20ten Jahrhunderts in USA populär. Was in Amerika cool ist, ist recht bald dann auch überall sonst en vogue, die Folge war die Schöpfung einer unglaublichen Masse von Nobelmarken, die ihren Fusel zu exorbitanten Preisen an den Bessergestellten zu promoten versuchten.

Dass die Krone der Vodka-Schöpfung ein Neutralalkohol ist, der aus jeder beliebigen zuckerhaltigen Masse hergestellt und dann gereinigt wird und der mit einen halbwegs sauberen Wasser auf Trinkstärke verdünnt wird, wird jetzt langsam erst entdeckt.

Vodka ist daher die am günstigsten herzustellende Spirituose und bereits zwischen 8 und 10€ sind Varianten zu bekommen, die von höherpreisigen nicht mehr zu unterscheiden sind.

Merke: Vodka ist gut, wenn er nach möglichst wenig schmeckt.

Markentipps: Smirnoff, Finnlandia, Moskovskaya, Stolichnaya, Parliament, Russian Standard, Absolut

Wer einen hiesigen Hersteller unterstützen will, kauft Nordhäuser Eisvodka

______________________________________

Vodka: Vodka (russ: cuddly little water) is a spirit that traditionaly is created of potatoes,  grain, sour milk and horse shit, skilfully destilled in an old radiator. Like with all garbage liquors (→ Rum, Grappa) at some point some genius with a still in the basement figuered out how to refine it, so a normal human would be able to drink it without suffering major intestinal damage.

Smirnoff introduced the vodka in the middle of the 20th century to the wide US public. And since everything that’s cool in the US soon becomes en vogue everywhere else, a shire mass of noble premium products were created, featuring exorbitant prices, aiming for the upper class. The purpose and ambition of the perfect vodka is to taste like nothing, so it basically is just neutral spirit watered down with not-too-dirty H²O to drinking strength, which is just starting to be discovered.

Vodka is the cheapest high quality liquor to produce, because you can create it from everything that has sugar in it. In the range of 8 to 12$ you will get a vodka which you can not discriminate from the high price stuff.

Remember: Vodka is good, when has as little flavour as possible.

Recommended Brands: Smirnoff, Finnlandia, Moskovskaya, Stolichnaya, Parliament, Russian Standard, Absolut

If you want to support a gorgeous german destillery, buy Nordhäuser Eisvodka.

Mixed Feelings – Basics: Proof vs. Vol%

Posted in Mixed Feelings on 30. Juni 2009 by Herr Grau

Scroll down for the English version.

Ein paar Grundlagen müssen klar sein, sonst ist jede Beschäftigung mit dem Thema Mixerei nicht allzu sinnvoll. Ich habe zum Zweck der Volksbildung mal ein paar Schlagworte zusammengestellt, die in dieser kleinen Unterkategorie „Basics“ erscheinen werden. Alles gelesen, hat man den durchschnittlichen Barkeep in puncto Wissen bereits überflügelt und darf gutgerüstet in die Welt hinaus gehen.

Dies ist der erste Posts dieser Serie.

Proof und Vol%: Wir wissen alle, was Vol% heißt: Der Volumenanteil, den an einer Spirituose der gute Zimmermann ausmacht. Was hat es nun mit dem „Proof“ auf sich?

In den Zeiten, als es für den Mann noch nötig war, harten, unschönen Rum oder Whiskey runterzukorken, damit der Tag erträglich wurde, und besagte Männer weder Equipment noch Wissen hatten, um das Gesöff auszuspindeln, nahm man einfach ein bisschen Schießpulver, goss das Bollerwasser drüber und hielt einen Streichholz daran. Brannte es nicht oder nur sehr zögerlich, so war die Suppe „underproof“, brannte es, so war es „proof“ und wenn es lichterloh fackelte, sprach man von „overproof“. Später hat dann irgend ein kluger Mann ein System daraus gemacht, der festgestellt hatte, dass 50 Vol% sage und schreibe haar-ge-nau „proof“ waren. Das firmierte dann erst als 100% proof und wurde schließlich als 100 proof bekannt.

Man halbiere also die „x proof“-Angabe und hat den tatsächlichen Vol%-Gehalt an Alkohol.

______________________________________

A few basics have to be given, otherwise it’s pretty useless to dive into mixology. For the matter of educating the masses I wrote down a few keynotes, which are going to be published in this little subcategory „basics“. If you read this entirely, you might already know more about the matter than the average barkeep.

This is going to be this first post of this series.

„Proof“ and Vol%: We all know what Vol% are and of those, who read the english part of this, everyone too will probably know what proof means: It’s just double the Vol%-Number.

But how did this originate? It’s back from those days, where men were to drink some very ugly rum or whiskey, just to make the world look sufferable. They neither had the equipment nor the knowledge to correctly measure the alcoholic content of a beverage, making it necessary for them to improvise. If they wanted to test the main criteria of a spirit, the took a bit of gunpowder and soaked it with the liquor. If it didn’t burn or just very sadly it was “underproof”, if it burned, it was “proof” and if it went off like hell it was considered “overproof”.

Some very clever idiot later boldaseled a scale system out of this, claiming that “proof” or “100% proof” OR later “100 proof” was exactly equivalent to 50Vol% alcohol.

Mixed Feelings

Posted in Mixed Feelings on 30. Juni 2009 by Herr Grau

Diese Kategorie wird im Hinblick auf die Möglichkeit der Teilnahme am “Mixology Monday” zweisprachig erscheinen / this category is going to be bilingual due to the possibility that I might join the “mixology monday” project some day. Scroll down for the English version.

Ich begebe mich in die faszinierende Welt der alkoholischen Mixgetränke, von den geneigten Eggsbechten auch gern “Mixologie” genannt (auch wenn Pomalogie wohl korrekt wäre). Ich werde mich bemühen, in Wort und Bild festzuhalten, was es für den “interessierten Laien” (Zitat Physik-LK-Lehrer Ingo Z.) zu wissen gibt und wie man sich dem ganzen am besten nähert, ohne von der krachbunten Szene in die Sinnlosigkeit überelaborierter Details gesaugt zu werden. Hoffentlich.

______________________________________

With this category I’m starting a journey into the fascinating world of mixed alcoholic drinks, only known as “mixology” by Those-Who-Know (= inside-geeks) (although it correctly would have to be “pomalogy”). I’m going to try to capture in word and picture all that is to know for the ‘interested amateur’ (to speak with my physics teacher) and how to appreach the topic – preferently without being sucked into the senselessness of overelaborated detailism. Hopefully.

Look Alive Contest

Posted in smile and look alive on 29. Juni 2009 by lookalivecontest

Nach einer exzeptionell langen Denk- und Entwicklungszeit ist es jetzt endlich da:

Das „Look Alive Contest“ genannte Blog, in dem wir die Gunst der Stunde – Web 2.0-und-so, sowie unsere geradezu überbordende Menge Freizeit – nutzen wollen, um unsere tagtäglich anfallenden Weltbeobachtungen in eine weniger ephemere Form zu gießen, als nur „ahhhh-guck-mal“. Die Idee ist, dass uns eine Plattform zur Verfügung steht, in die ein jeder von uns alles hineinschwallen kann, was er für festhaltungswürdig hält oder aus verborgenen Motiven heraus im Internet sehen will.

Wer sind nun „wir“?

Nun, ein Medizin-, ein Jura- und ein Ingenieursstudent. Diese illustre Versammlung der alten akademischen Schule ist zustande gekommen, um Abwechselungsreichtum in den Posts, sowie vor allem eine ausreichende Postfrequenz zu gewährleisten. Die einzelnen Autoren werden sich sicher beizeiten noch persönlich vorstellen, und sei es durch ihr Geschreibsel.

Wir bitten an letzter Stelle den Leser um Nachsicht: Das Studium an „Eliteuniversitäten“ (das Rattern im Hintergrund ist die Euphemismustretmühle…) genannten Irrenhäusern führt zu einem latenten Verlust von Lese-, Rechen- und auch Schreibfähigkeiten, häufig gefolgt von vollständigem Hirnversagen. Sollte unser Stil also an den eines Dreijährigen erinnern, so sollten wir alle froh sein und dankbar jubilieren, denn das erhebt uns schon signifikant über den Großteil unserer uns bekannten Kommilitanten Kommilitonen.