Fast-Food-Check

Die ersten 18 bis 19 Jahre des durchschnittlichen menschlichen Lebens in unseren Breitengraden verlaufen mit Ausnahme von einigen mehr oder weniger intensiven Schwankungen relativ unspektakulär. Man wird geboren, man wird in den Kindergarten gesteckt, man wird eingeschult, man besucht eine weiterführende Schule (idealerweise sollte es das Gymnasium sein) und dann hat man Abitur.
Diese gesamte Zeitspanne wird im Regelfall von einigen Konstanten begleitet die man eigentlich nicht missen möchte.
Zu nennen wären hier: Die Wäsche ist gewaschen, der Kühlschrank ist immer voll (mehr oder minder), man vergisst keine Geburtstage, man wird im Krankheitsfall gepflegt und am Allerwichtigsten: Mittags steht immer Essen auf dem Tisch.
(Der geneigte Leser wird an dieser Stelle feststellen: Eigentlich dreht sich alles nur um die Services einer Hausfrau oder einer Haushälterin.)

Doch was passiert, wenn man in die große weite Welt hinauszieht und sich all diese Dinge nicht mehr von selbst erledigen? Im Falle völliger persönlicher Inkompetenz verkommt man, die Bude müllt zu und nach rund 4 Monaten wird man verwest in der eigenen Wohnung aufgefunden.
Selbstverständlich kommt man seinen neu erworbenen Pflichten natürlich weitestgehend nach und so gesellen sich zu den Aufgaben die das Leben so mit sich bringt (Uni, Behördenkrams, das Leben an sich) noch die gesammelten Haushaltsaufgaben. Widerwillig werden sie sporadisch erledigt, doch auf die Dauer gesehen wünscht man sich schon, diese Arbeiten outsourcen zu können. Leider liegt eine Haushälterin meist nicht im Budget eines Studenten und so beschränkt sich die outsourceabilty (ein schönes Wort btw) aufs Essen.
Persönlich koche ich recht gern, doch der damit verbundene Aufwand steht nicht immer im Verhältnis zum Ertrag und so ergibt es sich, dass ich mich gelegentlich in Fresstempeln wiederfinde um mich dann schlussendlich zu fragen: Warum bin ich überhaupt hier?

Dieser Frage komme ich im Nachfolgenden weitestgehend nach, indem ich die 5 größten deutschen Fast-Food-Ketten aus meiner Sicht bewerte.

Bewertet werden die Läden in den Kategorien Geschmack, Preis, Interieur, Auswahl und in der Sonderkategorie „Wellness“.

McDonald´s
Anfangen möchte ich hier mit dem Speiselokal „Zum güldenen M“. Spätestens nach der 10. Klasse war dieser Laden nicht mehr vor mir sicher. Eine Filiale befand († 2007) sich in -man kann sagen- unmittelbarer Nähe zu meiner Schule und mir blieb kaum anderes, als mich in den Freistunden von den sympatischen Mitbürgern afrikanischer und arabischer Herkunft bekochen zu lassen. Die Auswahl bei McDonald´s ist für ein Fast-Food-Restaurant völlig ausreichend. Rund 10 verschiedene Burger in sämtlichen Variationen mit Pommes, anderen Kartoffelspielereien oder sogar Salat und Softdrinks aller Art versprachen zumindest ein wenig Abwechslung. Stets gibt/gab es saisonale Angebote die mal mehr und mal weniger gelungen waren. Preislich ist McD besonders im Verhältnis zum Sättiungsgefühl eher oben anzusiedeln. Ein normales Menü stillt den Hunger eines durchschnittlichen Mannes maximal für 30-60 Minuten. Die Innenausstattung der Läden ist meist nicht einladend; harte Bänke und Stühle sowie oft versiffte Tische laden höchstens dazu ein, den Laden möglichst schnell wieder zu verlassen.

Wellness: Für den kalorienbewussten Mitmenschen besteht immerhin die Möglichkeit sich mit Hecke und Wiese zu verlustieren, jedoch ist bei den Preisen eher davon abzuraten. Außerdem hat das Salatdressing vermutlich alleine mehr Kalorien und Fett als ein handelsüblicher Burger. Aufgrund der doch eher kleinen Portionen kann man hier aber 2 Sterne vergeben: **___

Geschmack: ***__
Preis: **___
Interieur: *____
Auswahl: ****_
Gesamt: 10/20

Burger King
Wer auf die Schnelle Heißhunger auf einen ordentlichen Burger hat, ist bei Burger King auf jeden Fall besser aufgehoben, als bei der unmittelbaren Konkurrenz. Bei Bedarf sind Burger von bis zu 333g Fleisch oder sogar mehr drin; Maulsperre garantiert. Außerdem lässt BK dem Kunden mehr Freiraum beim Gestalten des Burgers. Auf Wunsch ist jeder Burger mit Bacon, extra Käse oder sogar Extraschichten Fleisch erhältlich; den Fantasien sind keine Grenzen gesetzt. Die Auswahl ist mehr als ausreichend und dank der Customizeability (auch so schön!) wird einem so schnell nicht langweilig. Preislich ist BK sehr nahe bei McD, jedoch sind die Portionen vergleichsweise erheblich größer und so ist das Preis-Leistungs-Verhältnis hier deutlich besser. Das Interieur in den meisten BK-Filialen ist stark an US-Roadhouses der 50er bis 60er Jahre angelehnt. Das wird zwar auf die Dauer auch langweilig, ist aber bequemer und gemütlicher als so mancher Mitbewerber.

Wellness: Extra Käse? Extra Fleisch? Extra Bacon? Scheiß auf Wellness und Kalorien! Hier darf Mann mal wieder Mann sein und sich an seinem Burger austoben. Jeglicher Gedanke an Salat und Cola Light verbietet sich hier. *____

Geschmack: ****_
Preis: ***__
Interieur: ***__
Auswahl: ****_
Gesamt: 14/20

Kentucky Fried Chicken
Ein weitaus dünneres Filialnetz als die zuvor genannten Ketten hat dieser Mitbewerber. Letztlich setzt er aber auch auf ein anderes Konzept. Vierbeinerfleisch sucht man hier vergebens, dafür werden hier aber sämtliche Gliedmaßen und fast sämtliche Körperteile des Geflügelviehs verarbeitet. Als echter Mann sollte man bei KFC auf die Eimer zurückgreifen, denn nichts sagt mehr über einen Menschen aus als ein Eimer voller Fleisch. Yep, it comes in a real bucket. Die Burger sind nur bedingt zu empfehlen, ihnen fehlt es meiner Meinung nach an Substanz, vermutlich hervorgerufen durch chronischen Rinderfleischmangel. Außerdem gibt es nur 2 Varianten an Burgern; das ist definitiv zu wenig für den Fast-Food-Gaumen. Wenn man sich nun also an einem Eimer verlustieren will, sollte man den Preis im Auge behalten. Günstig ist es nicht unbedingt. Ansonsten beschränkt sich die Auswahl auf diverse Hähnchenteile in allen Formen und Geschmacksrichtungen; eigentlich ist das alles wie Eimer. Nur in klein. Die Innenausstattung bei KFC erinnert in großen Teilen an BK, das ist also alles nicht neu und dementsprechend eher unkreativ.

Wellness: Der einzige Vorteil des Rinderfleischverzichts ist sicherlich, dass Huhn (und damit „weißes Fleisch“) etwas kalorienärmer ist was jedoch durch Einsatz von Fett und anderen Geschmacksträgern allerdings auch keinen großen Unterschied mit sich bringt. Generell würde ich aber schon schätzen, dass ein Besuch von KFC minimal besser für die Gesundheit ist, als der Besuch eines klassischen Fleischtempels. Aber es geht selbstverständlich besser: ***__

Geschmack: ***__
Preis: **___
Interieur: **___
Auswahl: **___
Gesamt: 9/20

Pizza Hut
Nicht klassisch in die Riege der Fast-Food-Restaurants einzureihen, jedoch aufgrund des Franchisewesens und seiner Verbreitung dennoch aufgenommen: Pizza Hut. Wie der Name vermuten lässt kriegt man hier fast ausschließlich Pizza, wenn man möchte gibts aber glaube ich auch Nudeln. Die Pizza ist nicht unbedingt Jedermanns Geschmack, schließlich ist die Zubereitungsweise deutlich an amerikanische Pizzen angelehnt und dementsprechend für den Italien-Pizza verwöhnten Gaumen nicht der Bringer. Insgesamt schmecken die Pizzen eher fade; der Belag lässt bei geschlossenen Augen eigentlich nur erraten. Satt wird man ob der dicken Pizzaböden schon, jedoch ist der Preis auch nicht ganz ohne. Wofür man bei anderen Fast-Food-Ketten ein ganzes Menü bekommt, kommt hier eine nackte Pizza. Weiterhin sei negativ anzumerken, dass ich neulich eher schlechte Erfahrungen mit dem Personal machen musste. Erst kam die falsche Pizza und später hat diese Frau tatsächlich 7,50€ im Taschenrechner durch 3 geteilt. Das Interieur erinnert hier allerdings am ehesten an normale Restaurants und ist so etwas einladender als in anderen Läden, hier kann Pizza Hut also wenigstens etwas punkten.

Wellness: Pizza und Wellness sind ein gutes Paar. Sie passen ebenso zusammen wie Bier und „alkoholfrei“, wie Greenpeace und RWE oder wie Orangensaft und Zahnpasta. Kann man also ziemlich vergessen. Die Salate sehen allerdings nicht schlecht aus, dafür gibts immerhin ein paar Punkte: **___

Geschmack: **___
Preis: *____
Interieur: ***__
Auswahl: **___
Gesamt: 8/20

Subway
Last but not least: Mein momentaner Favorit im Fast-Food-Geschäft. In den letzten 5 Jahren schossen diese Läden wie Pilze aus feuchtem Waldboden und ich kann das gar nicht schlecht finden. Subway bietet mir ziemlich alles, was ich möchte. Völlig freie Auswahl der Zutaten, ich kann zusehen wie mein Essen gemacht wird, es gibt Bacon, ich werde weitestgehend satt und am allerwichtigsten: Es gibt ständig Gutscheine oder Aktionen. Den Standardpreis habe ich bei Subway schon seit Ewigkeiten nicht mehr bezahlt; Woche für Woche gibt es Rabattgutscheine, besondere Aktionen (z.B. jedes Sub für 5€) oder wie hier in Aachen dauerhaft das „Schüler-Menü“: Egal welches Sub, immer der gleiche Preis.
Hier weiß ich was ich kriege, weil ich kriege was ich will. Preislich wäre Subway jedoch ohne die Aktionen ziemlich teuer; aber wer bezahlt da schon den normalen Preis? Die Einrichtung ist in jedem Subway zu mindestens 95% gleich. Sehr bequem ist es meistens nicht, uneinladend ist es aber auch nicht.

Wellness: Bei Subway besteht die Möglichkeit sich wirklich ungesund zu ernähren nicht wirklich. Die Hälfte eines jeden Sandwiches ist Salat, die andere Hälfte meist Hühnchen. Im Vergleich mit den anderen Läden gewinnt Subway hier deutlich; nur ein Salat-only-Restaurant wäre gesünder: ****_

Geschmack: ****_
Preis: ***__
Interieur: ***__
Auswahl: ****_
Gesamt: 14/20

Gesamtsieger sind also aus meiner Sicht Burger King und Subway, jenachdem wie gesund man sich ernähren will sollte man zu einem dieser beiden Läden gehen. Wer jedoch richtig gut essen will, sollte selber kochen. Da weiß man am ehesten, was man bekommt.

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