Mixed Feelings – Basics: Gin

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Gin: Gin ist die wichtigste Spirituose in der Bar, da könnt ihr zetern wie ihr wollt. Ich dachte lange, ich sei bescheuert, weil ich Gin lecker finde. Setzt man sich mit dem Thema auseinander, wird schnell klar, dass ich ausnahmensweise kein bisschen wirr bin. Nicht umsonst sagt ein westfälisches Sprichwort: „Wacholder macht schöne Kinder.“

Wat issenu Gin?

Im Gegensatz zu seinem Vorfahren, dem „Jenever“ aus Holland, der wie auch der deutsche „Wacholder“ einen „charaktervollen“ Kornbrand (dessen leckerer Geschmack ursprünglich der Grund für den Wacholdereinsatz als Überdeckungsmaßnahme war) als Grundlage hat, ist Gin ein Neutralalkohol, der mit Wacholder aromatisiert wurde. So einfach ist das.

Ob der Wacholder in den Sprit eingelegt wird und dann irgendwann gebrannt wird, ob er in der Maische mitgebrannt wird oder ob er in den Dampf gehängt wird – das Resultat ist immer ein klarer Schnaps, der nach Wacholder duftet und schmeckt. Verschiedenste Zugaben, so genannte „Botanicals“ (und darunter versteht man von der Zitronenschale über Gurken bis zu Rosenblätter und Tee alles), werden gerne zugegeben, um das Geschmacksprofil zu charakterisieren, abzurunden oder abzusäubern. Ich halte ein bisschen für OK, aber habe einiges gegen den neuen Trend, denn:

Gin ist der neue Vodka. Nachdem der Vodka mit den Edelmarken genug ruiniert worden ist, sodass einige Barbesitzer diesen aus Trotz gar nicht mehr benutzen, wendet sich die Industrie jetzt dem Gin zu. Die Beobachtung, dass viele Leute die distinktive Wacholdernote nicht mögen, hat zu der großartigen Idee geführt, diese einfach bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund zu rücken und das Hauptgeschmacksprofil mit den Botanicals zu formen.

Ich schreie einfach mal laut „Bullshit!“

Jeder soll es hören.

Markenhinweise:

Bombay Sapphire / Greenall’s – Der Sapphire ist ein bekannter, klassischer Gin, mit einem angenehmen, runden Geschmacksprofil. Leider ist er auf 40% reduziert worden, womit man ihn meiner Meinung nach nicht kaufen muss. Die Variante mit 47% ist aber noch zu bekommen, diese ist empfehlenswert. Bombay wird bei Greenall’s destilliert, der – man sehe und staune – recht ähnlich schmeckt, aber wesentlich weniger kostet. Damit ist Greenall’s die Empfehlung für den fleißigen Trinker, der nicht zufällig zu viel Geld herumliegen hat, in der 40%-Version ein echtes Schnäppchen.

Plymouth Gin: Wir kümmern uns auch hier um den Plymouth in „Export Strength“, also 47%. Der gute Plymouth ist einer meiner Favoriten. Wenn ich mich dazu bringen kann, einen kleinen grauen Schein mehr zu investieren, dann gönne ich mir die 1L-Flasche Export Strength Plymouth. Runder Wacholder, schicke Zitrusnötchen.

Beefeater: Der Gin, der Queen Mum zu zehnmilliardenjährigem Leben verholfen hat. Es ist der Gin der Queen! Was soll man dazu noch sagen?!

Tanqueray: Astreiner Gin. Man halte sich von den neuen Produkten des Hauses fern, wenn man nicht genau recherchiert hat, dass sie in dem angepeilten Drink gut funktionieren.

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Gin: Gin is the most important spirit in every bar, shout and cry all you want. For a long time I thought I’d be crazy, because I realy liked Gin. Turns out, that if you research on the matter, that in this special case I’m not nuts at all for a change.

So what exactly is gin?

Other than it’s ancestor „jenever“, which like the German „wacholder“ is based on a very „characterful“ grain destillat (this character was the original reason to use juniper for masking purposes), gin is a neutral spirit which is aromatised with juniper. It’s that simple.

If you infuse the spirit with juniper first and the distill it or if you put the junper in the mash while you burn or if you hang them into the steam – result is always the same: A clear liquid, that smells and tastes like juniper. Different additions, so called „botanicals“ (and that could be anything from lime peel to cucumber, rose pedals and tea) are implemented to characterize, clear and shapen the taste profile. A few botanicals I think are alright, but I have a whole lot against the newest trend, because:

Gin is said to be the new vodka. After they ruined the vodka with their premium fetishism, so by pure defiance some bar owners have banned it from their menu, now the industry turns towards the gin. The observation that many people don’t like the distinct juniper flavor has led to the brilliant idea to push down the juniper once and for all to work out the main taste profile of the liquor through the botanicals.

I’m shouting „BULLSHIT!“ and I’m shouting loud.

Everyone is supposed to hear it.

Recommended brands:

Bombay Sapphire / Greenall’s – The Sapphire is a very popular, classic gin with a delightful, round flavor profile. To my dislike they reduced the alcohol content to 40% which in my oppionion makes it something that you don’t need to buy no more. With a little efford, the 47% variant is still available and is to be recommended. Bombay is destilled at Greenall’s, which, observe and learn, tastes quite similar, but costs quite a lot less. This considered, Greenall’s is the recommendation for the brave drinker who just hasn’t a pile of money sitting around to set fire on. The 40% variant is a real real bargain.

Plymouth Gin: We only care about the Plymouth in the so called „Export Strength“, which means 47%. Good ol’ Plymouth is one of my alltime favorites. Whenever I can convince myself that I can spare a little bank note, I grant myself one 1L-bottle Export Strength Plymouth Gin. Rich juniper, a chic citrus smell and smooth taste.

Beefeater: The gin that gave Queen Mum a ten million year life span. It’s the Queen’s gin for crying out loud! What else is there to say?!

Tanqueray: Damn good gin. Just keep away from the newer products of them unless you absolutely know that the recipe of yours calls for them.

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