Ingenieureskapaden – Das Uniklinikum Aachen

Das Universitätsklinikum Aachen soll also mein nächstes Opfer sein. Bei diesem Gebäude steht weniger der baulich-verkorkste Aspekt im Vordergrund, sondern eher das Erscheinungsbild und das Konzept des Gebäudes. Denke ich an dieses Gebäude schießen mir so viele Gedanken durch den Kopf, dass ich sie kaum verarbeiten kann. Betreten habe ich es erst einmal, aber um mir ein Urteil zu bilden, reicht das allemal.
Hier eine kurze Zusammenfassung meines Besuches.

Komme an der Rezeption an. „Hallo, wir müssten mal in die Ambulanz.“ – „Hier haben sie eine Wegbeschreibung.“
WTF?? Ich bekomme einen Zettel von der Größe eines Partyflyers: Zur Ambulanz, Gang 6A rechts nehmen, an der zweiten Kreuzung links. Aufzug in Etage 4B nehmen, links in Gang 36 einbiegen. Die Notaufnahme befindet sich nun zu ihrer Rechten in Gang 89. (Die Bezeichnungen weiß ich nicht mehr genau, die Komplexität der Wegbeschreibung ist allerdings realitätsgetreu!)

Merke: Das ist also schonmal sehr praktisch.

Ich war leider nachts zu Gast, sodass mir die „Schönheit“ des Gebäudes weitestgehend verborgen blieb. Kurz darauf, passierte ich das Gelände des UKA jedoch wieder und durfte es also in voller Pracht bestaunen. Hier sehen wir einen kleinen Eindruck davon.

Richtig: Das Teil sieht aus wie eine gigantische Fabrik. Die Vorstellung, dass vorne kranke Menschen reingehen und hinten bestimmt täglich LKWs voll mit Frischfleisch das Gebäude verlassen, lässt mich nicht ganz los.
Aber man soll ja nicht immer nach dem Äußeren urteilen, es zählen die inneren Werte.
Hier also ein innerer Wert:

Ohja. So sieht es da wirklich aus. Fast täglich rufen die 70er Jahre an und verlangen ihr Design zurück. Seltsamerweise steht in diesem Foyer ein Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn. Fragt nicht wieso.
Fun fact #1: Die freiliegenden Rohre unter der Decke (insbesondere in den Gängen) sollen bei sensiblen Menschen Kopfschmerzen auslösen können. („Sie sind kerngesund, aber wenn Sie gerne bleiben möchten, können wir Ihnen Kopfschmerzen bereiten!“)
Fun fact #2: (Kann ich nicht 100%ig belegen) Die geotechnischen Untersuchungen waren bei Baubeginn/Planung nicht vollständig korrekt. Das Gebäude wurde mit mehr Etagen entworfen, als tatsächlich gebaut wurden. Grund: Der Grund. Durch den sandigen Boden sackt das Gebäude jährlich 0,x mm ab. Das erklärt diese seltsam hohen Schächte oben am Gebäude. Da sollte eigentlich mal mehr hin.
Fun fact #3: Zitat wikipedia: „Das Klinikum steht als „bedeutendstes Zeugnis der High-Tech-Architektur in Deutschland“ seit Ende November 2008 unter Denkmalschutz.“ No comment.

Man muss das Design des Gebäudes nicht mögen. Ich finde es interessant, aber ich glaube ich würde bekloppt werden wenn ich da arbeiten oder lernen müsste. Gut, dass ich das nicht muss.

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