Mixed Feelings – Elephant Joe

In meiner Suche nach dem ultimativen erfrischenden Drink bin ich einen Schritt weiter. Hier ist, was ich „Das Daquirí-Problem“ nenne:

Für einen frischen Geschmack braucht es Zitrussäfte. Um diese auszubalancieren, braucht es Zucker. Der dabei entstehende Sour Mix hat einen guten Geschmack, aber ein sirupartiges, substanzielles Mund- und Rachengefühl, es schmeckt einfach zu schwer und klebrig. Dieses Problem findet sich vor allem im Daiquirí, der gemeinhin eigentlich als sehr erfrischender Drink gilt. Ein bisschen besser macht es der nahe Verwandte des Daiquirís, der Mojito. Der Drink wird mit Wasser verdünnt und nutzt gemuddlete Minze, um noch eine zusätzliche Frischekategorie hinzuzufügen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber ich war noch nicht wirklich zufrieden mit dem Mojito. Erst einmal ist er mir normalerweise viel zu minzig. Wenn ich ihn selber mache, kann ich die Minze reduzieren, aber in jedem anderen Fall bekomme ich etwas, was mehr an die Füllung eines After Eights als an einen erfrischenden Drink erinnert. Außerdem wird der Drink zwar mit Wasser verdünnt, aber es reichte nicht, um das Konsistenzgefühlproblem zu lösen. Würde man allerdings noch mehr Wasser zugeben, dann erhielte man ab einem gewissen Punkt einfach nur eine verwässerte, geschmacklose Suppe. Die Grenzen sind eng gesteckt.

Während ich mich nichtsahnend in die Welt der Fizze hinein trank, stolperte ich vollkommen zufällig über eine Lösung, auf die ich aus dünnen Luft heraus wohl nicht gekommen wäre: Eiweiß.

Der Silver Fizz und mein besonderer Lieblinksdrink, der Ramos Gin Fizz, enthalten Eiweiß, das einen wunderbaren Effekt hat. Es eliminiert die gesamte sirupartige Textur und reduziert in einem Waschgang auch noch den Alkoholgeschmack, sodass nur die floralen und herbalen Noten des Gins übrig bleiben. Irgendwie kommt dabei ein großartiger Drink rum, fluffig, leicht und faszinierend einfach zu trinken.

So. Ein Collins ist ein Fizz auf Eis. Was ist dann ein Silver Fizz mit Eis? Dieser Drink ist ein Bastard zwischen einem Mojito und einem Silver Fizz, der Collins spielt. Klar soweit?

How to summon the Elephant Joe:

1. 30ml frisch gepressten Zitronensaft und 40ml simple Syrup in das Mixglas geben

2. 45ml Gin dazu geben (Plymouth funktioniert besonders gut)

3. Ein Eiweiß dazu

4. ~ 2 Minzblätter hinein werfen

5. Shaken, Eis zufügen, noch einmal sehr kräftig shaken

6. In ein eisgefülltes 0,4L-Glas feinstrainen und mit hoch carboniertem Mineralwasser toppen.

Ich muddle die Minze nicht. Wir sind hier nicht auf der Suche nach der superextremen, grenzerfahrungsmäßigen Minzexplosion. Wir wollen lediglich einen subtilen Minzgeschmack, in etwa genauso intensiv wie alle anderen Geschmacksnoten auch. Also gebe ich einfach ein paar Minzblätter mit in den Shaker und shake sie mit. Wenn man sehr gute, intensive Minze hat, braucht man vermutlich nur zwei Blätter oder so was. Meine Supermarktminze ist allerdings nicht so intensiv.

Genusspotential:

In tendiere dazu, es mit Jay Hepburn von OhGosh! zu halten und die Kreation neuer Cocktails eher den Profis zu überlassen. Und sollte ich mal etwas selber mixen, dann ist mein Urteil über meine eigene Arbeit relativ hart. Dieser Drink ist wirklich gut. Es ist keine Neuerfindung des Rades, nicht furchtbar kompliziert und im Prinzip nur eine Fusion von drei Grundkonzepten, aber ich suche nach einem guten Drink, nicht nach einem möglichst großen Haufen prätentiöser Scheiße. Bis ich über den nächsten Schritt auf dem Weg zum perfekten erfrischenden Drink stolpere, ist dieser meine Lege Artis Lösung™ für das Daiquirí-Problem.

P.S. Bitte fragt mich nicht, wie ich auf den Namen gekommen bin. Es war spät in der Nacht und ich hatte schon vier Cocktails drin. Ich kann mich an den Wortfindungsprozess nicht mehr erinnern. Aber es klingt definitiv besser als Silver-Collins-Fizzjito. Ich mag den Namen. Punkt.

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I have progressed one step in my search for the ultimate refreshing drink. Here is the issue, which I call „The Daiquirí Problem“:

For a fresh flavor you need citrus juices. To balance those out you need sugar. The resulting sour mix has a nice taste, but a certain sirupy, substancial mouth- and throat feel that is just too heavy and sticky. This is a problem for example found in the Daiquirí, which is commonly referred to as a very refreshing drink. A little better is the close relative of the Daiquirí, the Mojito. It dilutes the drink further with water and uses muddled mint to add another fresh category to it. It is a step in the right direction, but somehow I wasn’t perfectly pleased with the Mojito. Firstoff it usualy is too minty for me. Making the drink myself, I can reduce the amount of mint, but in any other case I get a drink that feels more than the filling of an After Eight than a refresher. In addition to that, although it was diluted further, I still wasn’t happy with the consistency feeling. But: If you add more water, the drink at some point becomes a watery, flavorless mess. There is just so much you can do.

Exploring the world of the Fizzes, I stumbled over a solution by accident, of which I would have never thought of on my own: Egg white.

The Silver Fizz and specificly my pet drink, the Ramos Gin Fizz, feature egg white, which does an amazing thing. It takes away all the sirupy texture and it reduces the alcoholic taste just leaving you with the floral and herbal component of the gin. This somehow creates an awesome drink, making it floffy, light and fascinatingly easy to drink.

Now, a Collins is a Fizz with ice in it. But what is a Silver Fizz with ice? This drink is a bastard somewhere in between a Mojito and a Silver Fizz, that playes Collins. Comprehende?

How to summon the Elephant Joe:

1. Pour 1 oz freshly sqeezed lemon juice and a 1 ¼ oz simple syrup in your mixing glass

2. Add 1 ½ oz gin (Plymouth works especially well)

3. Add one egg white

4. Put in ~ 2 mint leaves

5. Shake dry, put ice in, shake very well

6. Fine strain into a ice filled 14 oz collins glass, top off with seltzer water

I do not muddle the mint. We don’t search for the overwhelming, life changing seas-roar-and-mountains-crumble mint explosion. I only want a realy subtle layer of flavor, being about as intensive as every other one of the flavors. So I just put a few mint leaves in the shaker and shake it with the mixture. If you have a very intense, good mint, you might only need two leaves or so. Our super market mint isn’t that intense whatsoever.

Enojyabilitential:

I tend to agree with Jay Hepburn of OhGosh! in leaving the creation of new drinks mostly to the professionals and if I make something myself, I’m quite hard on my own creations. This drink is realy good. It is nothing too inventiorous and complicated, just melting together three basic concepts, but I want a good drink, not pretencious shit. Untill I come up with another step in making a drink more refreshing, this is my Lege Artis Solution™ for the Daiquiri Problem.

P.S. Please don’t ask me how I came up with the name. It was late night and I had drunk four cocktails. It is totaly beside me, I cannot recall it. But it’s easier on the ears than Silver-Collins-Fizzjito. I like the name. Period.

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Eine Antwort to “Mixed Feelings – Elephant Joe”

  1. […] Der Margarita ist dem Daiquirí sehr ähnlich, mit all seinen Vorteilen – frisch, einfach zuzubereiten – aber auch all seinen Nachteilen, siehe →Das Daquirí-Problem. […]

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