Bau eines endgültigen Röhrenverstärkers – 1.1 – Welche Röhre?

Was macht einen Röhrenverstärker aus? Klar, die Röhren. Damit beginnt die Faszination. Da stellema uns janz dumm und frare: Wat isse ne Elektronenröhre?

Erstmal ein Glaskolben mit einem Vakuum drin. Darin befinden sich noch: Zwei Platten und dazwischen ein Gitter. Zwischen den Platten legen wir eine Spannung an, sodass ein elektrisches Feld entsteht. Wenn wir jetzt irgendwie (wir machen das mit einer Heizung) Elektronen da hinein bringen, so werden sie sich in Richtung der positiven Platte bewegen. Mittels Spannung am Gitter dazwischen können wir das ganze ein bisschen steuern. Zu unserem Glück steht das, was am Gitter passiert am Ende mit dem, was an der Anode passiert, in direktem Verhältnis, deshalb können wir die Röhre als verstärkendes Bauelement nutzen. So viel dazu.

Erstens bin ich nicht besonders gut im erklären und zweitens fehlt mir dazu das wirkliche Verständnis der Materie. Das genaue Prinzip einer Röhre und die Konstruktion eines einfachen Verstärkers wird bei Boozhound Labs sehr einsichtig und verständlich beschrieben.

An erster Stelle steht für mich stets die Wahl der Endröhre.

Gerade hier ist es besonders wichtig, sich zuerst einen Überblick über das Angebot zu verschaffen: Welche Röhrentypen noch hergestellt werden, ist in meinen Augen ein entscheidendes Kriterium. Ich halte nichts von der Idee, die beste Röhre für den Job zu finden, diese dann aber für hunderte von Euro und unter Aufwand vieler Stunden in Altbeständen suchen zu müssen. Nicht, dass Altbestände schlecht wären; nach wie vor sind die besten Röhren Westwelt-NOS (new old stock). Aber meiner Meinung nach sollte man davon unabhängig sein und lieber leichte Abstriche machen. Außerdem gibt es für die populären Röhrentypen viel mehr fertige, gute Schaltungen.

Die wichtigsten Endstufenröhren sind grob:

EL34, EL84, 6C33C, 2A3, 6L6, 6V6, KT66, KT88, 300B

Der zweite wichtige Punkt: Man sollte die Röhren, die für einen in Frage kommen, probehören. Das ist nicht immer ganz einfach, da Schaltung und Vorröhren ebenfalls einen großen Einfluss auf den Klang haben – findet man aber etwas, das einem sehr gefällt, spricht auch nichts dagegen, sowohl die Schaltung als auch die Bestückung sofort zu übernehmen. Versuchen sollte man es auf jeden Fall. Und mit der Zeit bekommt man eine Idee, was bestimmte Röhren leisten.

EL 34 und EL 84 sind keine schlechten Typen und sehr geeignet für Anfänger. Es gibt günstige Röhren, Netzteile, Übertrager, Platinen und Teilesätze (mit dem Plan von Loetstelle.de lässt sich für 150-200 Euro ein solider Stereoverstärker bauen). Aber für den endgültigen Verstärker schienen sie mir nicht geeignet. 6L6 und 6V6 kenne ich gut und würde sie jederzeit für einen Gitarrenverstärker nehmen. Meines Erachtens gibt es für Hifi aber Besseres. Z.B. KT66 und KT88. Die Charakteristik der beiden Röhren ist ähnlich, es handelt sich um kräftige Röhren mit gutem Klang, die KT88 hat etwas mehr Bumms als ihre kleine Schwester. Einziger Konkurrent in meinen Augen war die 300B, die ebenfalls eine sehr gute Hifiröhre ist und entsprechend oft in High-Class-Verstärkern Verwendung findet. Die 6C33C und 2A3 kenne ich nicht und konnte sie auch nicht in einem sinnvollen Zeitrahmen probehören.

Am Ende entschied wie immer das Bauchgefühl: In meiner Endstufe sollte die KT88 arbeiten. Sie ist gut verfügbar, kräftig und klingt. Was in der Vorstufe steckte, war mir zunächst relativ gleich, was nicht unbedingt eine gute Einstellung ist. Die 6SN7, auf die die Wahl schließlich fiel, standen in der Schaltung, haben sich rund um die Welt bewährt, sind stabil, wohlklingend und ebenfalls gut verfügbar. Zu anderen Vorstufenröhren findet sich im Netz eine Menge, es handelt sich dabei noch viel mehr um eine Wissenschaft, als bei Endstufenröhren. Unter den bekannten Typen sind mir aber keine wirklich unempfehlenswerten bekannt.

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