Bau eines endgültigen Röhrenverstärkers – 1.3 – Welche Features brauche ich?

Es ist wichtig, grundsätzliche Eckpunkte früh festzulegen. Folgende Dinge erachte ich als wichtig:

Meiner Meinung nach ist es wichtig, einen Röhrengleichrichter zu verwenden. Man spart die Einschaltautomatik und kauft sich klangliche Vorteile mit ein: Röhren haben anders als Halbleiter keinen Punkt, an dem sie einfach anfangen oder aufhören, sondern weiche Übergänge. Das wird allgemein als positiv gewertet.

Die Siebung der Betriebsspannung sollte mit einem LC-Filter passieren (effektiver), der erste Kondensator sollte 30uF nicht überschreiten, da sonst die Gleichrichterröhre überlastet werden kann.

Ich will vollständige Kanaltrennung, also plante ich wieder Monoblöcke. Wenn man sowieso komplett neu baut, warum nicht gleich das Beste machen?

Ich brauche weder Quellenwahl, noch Lautstärkeregler, das übernimmt alles die passive Stufe meines alten NADs, bis ich einen kleinen passiven Pre zusammengeschustert habe. Wer Quellenwahl und Lautstärkereglung braucht, sollte sie direkt mitplanen, es sind etwa 80€ mehr (ALPS 100k Stere0potentiometer: 19€, ELMA 04 6 Quellen: 59,90€), die dann im Budget sein müssen. Eingänge werden ganz klassisch Cinch-Buchsen, Ausgänge Polklemmen-Terminals. XLR ist technisch gesehen besser als Cinch, wie auch SpeakOn besser als Polklemmen sind. Ich hab mit beidem nichts am Hut, es ist im Hifibereich wenig gebräuchlich. Es würde nur neue Kabel und neue Stecker bedeuten, mit bei meiner Anwendung ungewissem Nutzen. Aber wer’s mag, soll’s ruhig machen.

Auf Elkos wollte ich aller Möglichkeit nach verzichten. Sie produzieren deutliche Verzerrungen, haben eine begrenzte Haltbarkeit und mikrophonieren stark. Diese Entscheidung kostet bares Geld, denn entsprechende Ölpapier- oder Folienkondensatoren sind um ein vielfaches teurer. In meiner Schaltung finden sich, mit einer kleinen, später erklärten Ausnahme, keine Elkos.

Was das Gehäusematerial angeht, gibt es auch sehr verschiedene Meinungen. Es gibt einige Leute, die sagen, dass Metallgehäuse den Klang negativ beeinflussen. Ich kann es nicht erklären, aber es sind so viele, die diese Erfahrung berichten, dass es wohl stimmen muss. Diese Leute bauen dann Holzgehäuse und freuen sich, bis das erste Taxi vorbeifährt und man den Funk in seinen Boxen hören kann. Dann isolieren sie ihr Holzgehäuse wieder mit Metall. Ich finde das sinnlos. Ich wollte von Anfang an ein Stahlgehäuse, massiv und in der Lage, die Schaltung vollständig vor elektrischen Feldern zu schützen.

Ideal ist es, die Netzteile auszulagern. Ich habe mir das verkniffen, um Stecker, Kabel und Gehäuse zu sparen. Einige Bleche werden im Inneren meiner Chassis Netzteil – also vor allem Netztrafo – und Verstärker trennen und von einander abschirmen.

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