Bau eines endgültigen Röhrenverstärkers – 4 – Gehäusebau

Wie auch immer das individuelle Gehäuse aussieht, die wenigsten Menschen werden in den Genuss kommen, für ihr Projekt bereits vergebohrte Chassis bekommen zu können. Daher gilt es, nachdem man sich ein Layout überlegt hat (worauf man dabei achten sollte, werde ich im nächsten Kapitel erklären), die entsprechenden Löcher für Fassungen und Buchsen zu schaffen. Dabei kann einem das Wissen um wenige grundsätzliche Dinge viel Leid ersparen.

Löcher sollte man generell auf einer Standbohrmaschine mit einem Schälbohrer machen. Normale Bohrer schaffen nie so saubere Löcher wie ein Schälbohrer, desweiteren braucht es häufig Löcher in seltsamen Größen, für die es nicht einmal Bohrer gäbe. Schälbohrer sind konisch und können damit jede beliebige Lochgröße schaffen. Gebohrt wird immer von der Seite, die am Ende zu sehen ist. Leider sind Blechschälbohrer mit ~40€ nicht unbedingt günstige Werkzeuge.

Eckige Aussparungen kann man am besten mit einem Dremel machen. Meine Löcher sind vergleichsweise hässlich, weil ich seit Jahren schon nicht mehr mit diesem Werkzeug gearbeitet habe. Ein paar Minuten Übung und sie wären wesentlich besser geworden. Ein Dremel findet sich fast in jedem Bekanntenkreis, die Schneidscheiben kosten nicht viel.

Eine Regel, die ich auch jedes Mal vernachlässige und immer den Preis bezahle, ist, dass man beim Arbeiten stets alle Flächen mit Malerkrepp abkleben sollte. Auf den Bildern sind wieder einige Kratzer zu sehen, die durch unvermeidliche Unvorsichtigkeiten entstanden sind. Diese werde ich mit Lackreiniger auspolieren müssen.

Anzeichnen kann man am besten mit einem sehr weichen Bleistift. (Ein Talkumstift, wie ihn Schmiede benutzen, wäre ideal, aber wer hat sowas schon im Haus…)

Als ewiges Opfer meiner Umstände musste ich mich mit dem abgeben, was gerade greifbar war, in diesem Fall in Form einer Wolfcraft-Bohrmaschinen-Einspannung (sollte man vermeiden, wenn es nur irgend geht). Dieses großartigen Geräts wegen sind die Löcher auch auf wenige Zentimeter genau zentriert:

Ein Dremel ist für die meisten Gehäusearbeiten unverzichtbar:

Die Kanten der Ausschnitte sieht man zum Glück am Ende nicht. Die Kaltgerätebuchsen werden zum besseren Halt sowieso eingeklebt:

Die eigentliche Montage geht recht flott. Schrauben sind aus Messing, da Schwarz und Gold zusammen einfach schick aussieht. Messing ist sehr empfindlich, die Löcher müssen also sehr sauber entgratet sein. Die Senkkopfschrauben für die Neutrik-Cinchterminals fehlen noch:

Wer Angst vor diesen Arbeiten hat, den kann ich schon verstehen. Allerdings sollte sich in jedem Bekanntenkreis jemand finden, der die handwerklichen Fähigkeiten dazu mitbringt und sich für eine Kiste Bier dazu bereit erklärt. Insgesamt ist sowas bei konzentrierter Arbeit (…wo wächst das eigentlich?) in einer Stunde zu schaffen.

Update:

Bleche sind eingetrudelt. Ein großes, um das Chassis zu verstärken und die Transformatoren voreinander zu schützen und drei kleinere als Schirmbleche, damit das Netzteil, also vor allem Versorgungstransformator und Drossel, nicht blöd in die Signalwege einstreuen. Der ganze Bumms wurde mittels Uhu Endfest 300, Stuhlwinkeln, Hammerit und viel gutem Willen zusammengedengelt. Unter dem Transformator ist eine vibrationsdämpfende Schicht Schaumstoff platziert.

Gute Bilder von den Trennblechen habe ich nur zusammen mit dem halbwegs fertigen Netzteil:

Die Schirmbleche müssen natürlich vernünftig geerdet sein (Schutzleiter, nicht Signalmasse!), damit das ganze Sinn macht. Ich habe das durch *hust* fachgerechten *hust* Aufbau versucht, sicherzustellen.

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2 Antworten to “Bau eines endgültigen Röhrenverstärkers – 4 – Gehäusebau”

  1. schönes Ding

  2. Hallo,
    wo geht es zu Schritt 5 und Schritt 6???
    Verstärker haben will!!!!!! 😉

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