Archiv für Juni, 2010

Review: Suppo Audio GV-1

Posted in Angewandte Wissenschaft, Getestet, Röhrenverstärker on 22. Juni 2010 by Herr Grau

Ich hatte hier bereits einmal auf einen in amerikanischen DIY-Foren viel besprochenen Geheimtipp im Röhrenverstärkersegment hingewiesen, den Suppo Audio GV-1. Jetzt habe ich ihn selber hier gehabt, um die Koppelkondensatoren für einen Freund auszutauschen. Im folgenden will ich daher ein kleines Review präsentieren.

Der kleine Verstärker ist ein 6P15 Push-Pull mit Autobias, der pro Kanal etwa 8W auf die Beine stellt. Der springende Punkt: Er kommt von Suppo Audio/China und ist inklusive Versand für 145€ zu haben. Die Verpackung ist absolut vorbildlich, der Versand flott und problemlos und der Kontakt mit Joe von Suppo sehr nett. Für dieses Geld kann man natürlich keine Boutique-Komponenten erwarten, die Röhren sind chinesisches No-Name-Surplus und auch Schlüsselkomponenten wie die Übertrager, die Koppelkondensatoren und das Lautstärkepotentiometer sind No-Name-Teile; der Verstärker selbst aber ist solide aus dickem Alu gebaut, die Platine scheint durchdacht, er kommt mit einem Ringkerntrafo und Anschlüssen für 4 und 8Ohm Lautsprecher und vor allem: Er klingt ziemlich gut. Ich habe schon, so wie er ist, wenig an dem Verstärkerklang auszusetzen und er reicht auch locker, um meine unempfindlichen Duettas weit über Zimmerlautstärke zu treiben. Recht hübsch ist er auch noch.

Der DIYer sieht natürlich in in einem solchen Verstärker vor allem das Potential, das einige wenig aufwendige Modifikationen bieten: Der Austausch des Potentiometers gegen eine Version von Alps zum Beispiel, was 20€ und einen Lötaufwand von fünf Minuten bedeutet. Ein Wechsel auf gute Röhren, wobei man beim GV-1 ein wenig Vorsicht walten lassen muss: Er ist zwar als EL84-Verstärker ausgewiesen, verträgt sich aber nicht mit allen EL84. Man muss sicherstellen, dass Pin1 der Röhre mit keinem anderen Pin verbunden ist. Erfüllen tut diese Voraussetzung z.B. die EL84 von JJ, die ich deshalb an dieser Stelle empfehle. Als Vorstufenröhren empfehlen sich 6CG7 (=6FQ7), entweder von Electro Harmonix oder, wenn man sie kriegen kann, NOS-Röhren von RCA. Eine auf Grund des geringen Kapitaleinsatzes dringend zu empfehlende Modifikation ist der Tausch der Koppelkondensatoren. Wie schon häufiger beschrieben, verwende ich die preisgünstigen Styroflex-Kondensatoren von Oppermann Elektronik. Sie kommen als 47nF/600V für 2,65€ á 10 Stück. Der Versand ist also wesentlich teurer, als die Kosten für die Neuausrüstung eines Amps, denn in diesem Fall brauchen wir nur 100nF, also zwei Stück, pro Koppelpunkt, insgesamt also acht Kondensatoren. Die Chassis- und Platinendemontage ist schnell gemacht, man kann die Modifikation ausführen, ohne die Platine auszulöten. Da die Platine doppelseitig ist und die Bohrungen sehr klein sind, habe ich mit einem Stück Durchstoßdraht gearbeitet, um sicheren Kontakt zu gewährleisten. Hier ein Bild von den Innereien mit den neuen Koppelkondensatoren:

Die neuen Koppelkondensatoren scheinen vor allem der Auflösung des Amps zugute zu kommen. Man kann die Instrumente klarer differenzieren und genauere Facetten der Musik hören.

Eine beliebte Modifikation, die aber mit etwas mehr Arbeitsaufwand verbunden ist, ist das s.g. „Triode Strapping“, also das Anbinden des oberen Gitters an die Anode, um damit aus der Pentode eine Art Triode zu machen. Hierbei verliert man allerdings Leistung, sodass man vermutlich  Dynamik gegen Klangqualität eintauscht. In diesem Threat im DIYaudio.com-Forum wird der Mod genau beschrieben.

Ebenfalls genannt wird der Austausch des Gleichrichters gegen diskrete Dioden und der Austausch der Netzteil-Kondensatoren gegen höherwertige Exemplare. Ich persönlich würde mir das Gefummel mit den Dioden nicht antun, ich glaube nicht, dass der Unterschied hörbar ist. Der Austausch der 150uF Filterelkos dagegen mag sinnvoll sein, aber bis jetzt gibt es noch keine Erfahrungswerte über deren Haltbarkeit.

Den Schaltplan gibt es übrigens hier.

Fazit:

Für so wenig Geld, dass man in Europa dafür nicht mal einen Amp selber bauen könnte, bekommt man einen Verstärker, der schon im Ausgangszustand hervorragend funktioniert und nebenbei noch eine gute Basis für Modifikationen bietet. Absolute Empfehlung.

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Lammbraten mit Rosmarin-Weinsauce

Posted in Studentenfutter on 20. Juni 2010 by Herr Grau

Lammbraten geht im Prinzip wie jeder anderer Braten auch: Das Fleischstück wird im Bräter mit etwas Butter von allen Seiten scharf angebraten, mit Wein abgelöscht und aufgefüllt. Deckel druff, Gewürze dazu und ab in den Ofen bei 140-160°, pro kg etwa eine Stunde.

Lammbraten hat die Eigenart, dass er nach Knoblauch und Rosmarin schreit. Gerade von letzterem kann man kaum genug verwenden. Wenn man den Braten vorher mit Knoblauchspalten spickt, zieht der Geschmack unterschwellig in das Fleisch ein. Ist der Braten fertig, so seiht man den restlichen Bratensatz in einen Topf, gießt ein wenig Brühe oder Fond an und lässt ihn einreduzieren. (Der Braten kann in dem heißen Bräter mit Deckel warmgehalten werden.) Ist er auf 1/3 eingekocht, gibt man Sahne dazu und lässt es bis zur gewünschten Sämigkeit einkochen. Ein Zweig Rosmarin sollte auch hier die ganze Zeit mitkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Braten aufschneiden und mit Kartoffelklößen und Sauce servieren.

Produktwarnung: Real Quality Knödel

Posted in Getestet, Studentenfutter on 20. Juni 2010 by Herr Grau

Ich bin einer dieser Menschen, die gerne Kartoffelknödel mögen, aber meistens zu faul sind, sie selber zu machen. Bis jetzt haben mich die Fertigprodukte auch recht gut zufriedengestellt. Dann kam Real Quality.  Fiese schleimige Klumpenmonster sind das. Die Klumpigkeit ist einfach absurd. Die Schleimigkeit lässt sie Sauce kaum aufnehmen. Die Knödel sind so derart schlecht, dass ich das als persönliche Beleidung seitens Real auffasse. Also obacht, Verbraucher!

Wichtige Worte: BOFH #1

Posted in smile and look alive on 19. Juni 2010 by Herr Grau

Rache ist ein integraler Bestandteil von „Vergeben und Vergessen“.

Wichtige Worte: a softer world #1

Posted in smile and look alive on 17. Juni 2010 by Herr Grau

If you can’t be a good example, you have an obligation to be a horrible warning.

Wichtige Worte: Väter #1

Posted in smile and look alive on 9. Juni 2010 by Herr Grau

Mit nur einer brauchbaren Aussage pro Äon sind Väter die unscheinbarste aller Kompetenzbastionen dieses Kosmos. Dennoch ist es unnachgiebigen Forschern immer wieder möglich, z.B. aus alten sumerischen Steintafeln, Kornkreisen und Orgoninterferrenzphänomenen einzelne Exemplare großartiger Väter-Zitate zu rekonstruieren.

Junge! Wenn Du etwas schon von Anfang an scheiße gefunden hast, solltest Du dir überlegen, es ausnahmensweise mal bleiben zu lassen.

Högi´s homestory – a filthy, filthy keyboard.

Posted in smile and look alive on 3. Juni 2010 by hoegi

Ich weiß nicht, was mich dazu getrieben hat, meine Tastatur zu reinigen. Langeweile? Verzweiflung? Oder schlicht und ergreifend die Tatsache, dass meine Tastatur einfach völlig zugesifft und dreckig war?
Nach rund 5 Jahren (wenn nicht sogar länger) leistet dieses Stück mir schon sehr gute Dienste, also habe ich mich heute mal bei ihr revanchiert und ihr eine Grundreinigung verpasst. Besser für mich, besser für sie.
Hier also nun eine kleine Dokumentation dieser Tätigkeit. Die Bilder lassen leider nicht vermuten, wie dreckig diese Tastatur wirklich war.


Hier befinden wir uns schon im Status der Demontage. Nachdem ich die Ziffern entfernt hatte, hielt ich es für eine gute Idee, nochmal schnell ein Bild vom (fast) vollständigen Tastaturlayout zu machen. Noch siehts gar nicht so wild aus. Am dreckigsten ist hier der Bereich der großen Eingabetaste, insbesondere Tasten wie „+*~“ oder „#'“ waren von einem seltsamen Siff überzogen. Schwerwiegender und überraschender ist das hier:

Alles, was jetzt so weißlich aussieht ist eine Mixtur aus Krümeln, Haaren und Staub. Yikes.

„Stripped to the bone“ – Ganz nackig das gute Teil. Die Funktionstasten oben habe ich mal verschont, die sehen a) noch sehr gut aus, b) wurden nie benutzt und c) sehen nicht sehr entfernbar aus.

Da planschen die siffigen Tasten noch fröhlich im heißen Schaumbad rum. Nun heißt es: Tasten putzen. Jede einzeln. Und es sind viele.

Hier lümmeln die Tasten auf der Fensterbank, in der Hoffnung besonnt und somit getrocknet zu werden. Währenddessen nehme ich die Tastatur mit ins Bad und schrubbe in Ermangelung eines Staubsaugers mittels einer Bürste den Dreck aus der Tastatur über der Badewanne raus. Natürlich ging mein Plan, die Tasten solarzutrocknen nicht auf: Die Sonne verschwand zum rechten Zeitpunkt, also wurden die Tasten vorm Puzzeln noch schnell einzeln handgetrocknet. Dieser Teil der Arbeit war übrigens recht unterhaltsam. Also der Puzzle-Teil.

Sieht doch schon besser aus… jetzt noch die fehlenden Tasten einsetzen…

Auch die letzten Lücken wurden noch geschlossen und alles tuts wieder einwandfrei.
Mein Fazit: Jeder sollte mal seine Tastatur grundreinigen. Zumindest wenn man viel, viel Zeit hat. Insgesamt hat mich das mehr als ne Stunde wertvoller Lebenszeit gekostet.