Ofenkäse – Ein Vergleichstest

Irgendetwas Magisches passiert mit Käse, wenn man ihn warm macht, alle Pizzen, Gratins und Cordon Bleus dieser Welt profitieren davon. In meinen Augen hatte es, schon seit ich durch Asterix bei den Schweizern darauf gebracht worden war, immer sinnvoll geschienen, das Ganze zu purifizieren, sprich: den flüssigen Käse in Reinstform in sich hinein zu schaufeln. Meine ersten Gehversuche mit Käsefondue
(- und das passiert mir, muss ich zu meiner Schande gestehen, auch heute noch manchmal -) waren durch zu viel Kirschwasser nicht unbedingt erfolgreich. Auch das Eindicken will gelernt sein. Ich musste erst von einem guten Bekannten fonduetechnisch unterwiesen werden, bis es damit was werden konnte. Aber alles in allem sind Kosten und Aufwand für ein Käsefondue doch nicht zu übersehen und erst recht scheint es etwas übertrieben, wenn man des abends allein ein Hüngerchen bekommt.

Ein ziemlich exquisiter Weg aus diesem Schlamassel wurde der deutschen Firma Champignon bereitet: Mit ihrem Rougette Ofenkäse haben sie ein Produkt geschaffen, das gut lagerbar, einfach zuzubereiten und vor allem unglaublich lecker ist. Wenn ich ehrlich bin, würde ich so einen Ofenkäse sogar allermeistens einem Fondue vorziehen. Das einzige Problem: Mit 3,59€ ist die Version von Rougette, dem Urvater dieser Zubereitungsform, doch gerade so teuer, dass ich sie mir kaum guten Gewissens leisten kann. Der sorgsam auf Sparsamkeit getrimmte Geist entscheidet sich also, die inzwischen verfügbaren, günstigeren Alternativen zu testen. Damit keiner dieses Geld ausgeben muss, will ich hier kurz die Ergebnisse veröffentlichen:

Kaufland Kaminkäse
Kommt für 1,99€, wirklich sehr preisgünstig (allerdings nur 250g, anstatt den originalen 320g). Leider kann man hier platt sagen: Außen billig, innen billig. Es handelt sich im Prinzip um einen ganz ordinären Brie, was nicht gerade zur Wiederholung einläd.

Real Quality Ofenkäse
Kostet stolze 2,99€ (- nur 60cent weniger, als das Original! -), ist dafür schon eher genießbar. Für meinen Geschmack aber zu plump und vor allem zu sauer. Für mich keine Alternative.

Saint Albray Ofen-Menü
Um genau zu sein, ist dieser Käse keine kostengünstigere Variante, sondern sogar teurer, denn er kostet ebenfalls 3,59€, allerdings für 280g, anstatt 320. Ich hatte mir viel davon versprochen, da ich den normalen Saint Albray sehr gerne mag. Leider ist der Ofenkäse der französischen Käserei dem deutschen Produkt etwas unterlegen, denn von der Würzigkeit ist er etwas flacher als sein Pendant von Rougette und auch in der Cremigkeit unterliegt er knapp. Wirklich disqualifiziert hat er sich für mich aber durch den höheren Preis, wenn ich ihn reduziert fände, würde ich ihn aber kaufen.

Fazit
Ich bleibe bei dem Ofenkäse von Rougette, der einfach nur ein brilliantes Produkt ist und zwar bei der Variante „Fein-Würzig“, die anderen konnten mich nicht überzeugen. Ernsthafte Alternativen gibt es nicht, das Geld für das Ausprobieren sollte man dringend sparen.

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3 Antworten to “Ofenkäse – Ein Vergleichstest”

  1. Danke für deinen Vergleich (:

  2. Auch hier sei mir eine Anmerkung als Mann vom Fach gestattet. Die universitäre Versuchsgruppe „Ofenkäse“ Bad Hoe hat den „Alpenland – Käse für den Ofen“ von Feinkost Albrecht mittlerweile recht ausgiebig getestet. Im 180g-Gebinde zu einem Preis von 1,99€ bis 2,99€ in jedem deutschen Kaff erhältlich, bietet dieser Ofenkäse alles, was das Herz begehrt.
    Zunächst gibt es die selben Geschmacksrichtungen wie beim Marktführer, weshalb so schnell keine Langeweile an der heimischen Tafel aufkommt.
    Außerdem ist die Größe exakt auf drei Aufbackbrötchen vom selben Lebensmittelgroßhandel geeicht. Dies entschuldigt das dieses Produkt kleiner ist als der Standard. Zudem erleichtert es die Planung beim Einkauf. Und das Gewissen gibt auch Ruhe („Ui ich hab nen ganzen Ofenkäse verputzt… Ach! War ja nur ein Kleiner!“)
    Und um die zotteligen Umweltkritiker zu beruhigen: Durch die kleinere Größe verringert sich sowohl die Zubereitungszeit als auch die Lagerfläche im Kühlschrank. Beides Punkte, die dazu beitragen den Energieverbrauch nachhaltig zu senken. Studien zeigen das sich der Energieverbrauch eines durchschnittlichen deutschen Haushaltes auf diese Weise um 57% verringern lässt (dem Äquivalent von 7 Atomkraftwerken).

    • Herr Grau Says:

      Leider gehört ja nun das Fürstentum zu Honeff zum Südausleger des bekannten Feinkost- und Spezialitätenhandels Albrecht&Albrecht. Es würde schon mit dem gehörnten Sesammännchen zugehen, wenn ich bei der Fachschaft Nord ein Ofenkäseprodukt übersehen hätte. Ich konnte heute erst konfirmieren, dass es nicht zum Standardsortiment gehört.

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