Getestet – Severin MW 9675

Seit gut einem halben Jahr wohne ich nun alleine und das einzige was meine Wohnung bislang missen ließ, war eine Mikrowelle. Als leidenschaftlicher Koch (der gerne auch mal „etwas“ zu viel zubereitet) war diese Anschaffung sogar als eher dringend einzustufen. Aufgrund von Platzmangel und völliger Unentschlossenheit was eine Mikrowelle für mich denn können muss schob ich die Anschaffung eine ganze Weile vor mir her. Vor wenigen Tagen sah ich dann ein nur allzu verlockendes Angebot von einem Elektro-Discounter der die Severin MW 9675 für günstige 77€ anbot (vgl. Amazon momentan 87€, zwischenzeitlich aber auch teurer). Das Angebot war scheinbar so gut, dass mir nichts anderes übrig blieb als das Ausstellungsstück zu kaufen; der Rest war in der betreffenden Filiale und sämtlichen Filialen im Umkreis vergriffen. Spoiler: Den Kauf sollte ich nicht bereuen!

— Design und Ausmaße —
Mittels genauester (selbstverständlich statistisch abgesicherter) Messverfahren ermittele ich folgende Maße: Tiefe 37cm (inklusive Türgriff), Breite 48,5cm, Höhe 29cm (inkl. Füße). Damit nimmt es in meiner Küche schon eine merkliche Menge des knapp bemessenen Raumes ein, aber kleiner dürfte sie eben auch nicht sein. Severin gibt den Garraum zu 23 Litern an, mit viel Wohlwollen habe ich allerdings 19,8 Liter gemessen. Der Garraum misst in der Breite 33cm, in der Tiefe 30cm (an der tiefsten Stelle!) und in der Höhe exakt 20cm. Wie auf den Fotos zu erkennen reicht die Größe gerade eben aus um eine Pizza zu verstauen. Test bestanden.
Das Design der Mikrowelle würde ich als Standard-Mittelklasse-Design bezeichnen. Sehr schlicht in silber mit schwarzen Elementen versehen passt sich das Gerät vermutlich in jede Küche völlig unaufällig ein. Gibt also nichts zu mäkeln.

— Funktionsübersicht —
Hier mal eine kleine Übersicht über das Gerät (zwar nur copy&paste, dafür aber mit Kommentaren versehen…)

– Garraum ca. 23 Liter. (LÜGE!)
– Mikrowellenleistung ca. 800 Watt.
– Gehäuse hochhitzebeständig lackiert.
– Garraum lackiert.
– Umluftfunktion ca. 1200 Watt.
– Mit separater Grilleinrichtung ca. 1200 Watt.
– Mikrowelle, Grill und Umluft getrennt oder kombiniert schaltbar.
– Vorheizfunktion bis 190°C für Umluft, digitale Multifunktionsanzeige, digitaler – Garzeittimer mit Signalton, mit Uhr(24 Std.)
– 4 verschiedene Mikrowellen-Leistungsstufen, herausnehmbarer Drehteller (herausnehmbar? Die Anleitung sagt das darf ich nicht…), Ø ca. 27 cm.
– Grillrost mit zwei wählbaren Höhen.
– Auftauprogramm nach Gewicht oder Zeit.
– Quick-Taste für Sofortstart bei voller Leistung.
– 10 verschiedene Automatik-Kochprogramme (Im Detail: Pizza, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Gemüse, Getränke, Nudeln, Popcorn, Kuchen und Brathähnchen).
– Kindersicherung (ein ganzes Kind passt ohnehin nicht rein.).
– Maße ca. L = 486, T = 400 mm, H = 290 mm (da habe ich ja gar nicht mal schlecht gemessen) .

— Bedienung —
Intuitiv ist anders. Früher (und bei einfacheren Modellen noch heute) drehte man an einem Knebel (Der Drehschalter wird in der Anleitung konsequent als Drehknebel bezeichnet!), stellt die gewünschte Dauer ein und dann läuft das Teil. Dass es bei so vielen verschiedenen Funktionen nicht mehr so simpel ist mit der Bedienung leuchtet aber auch ein. Für die einfache Mikrowellenfunktion auf 100% Leistung (800W) gibt es die „Quick-Taste“ mit der man die Zeit in 30-Sekunden-Schritten einstellen kann; die Mikrowelle geht dann auch direkt beim ersten Tastendruck an. Will man die Mikrowelle herkömmlich starten drückt man zuerst die Mikrowellentaste, dann kann man durch drehen des Knebels (das klingt einfach doof finde ich…) die Leistung des Gerätes in 20%-Schritten einstellen. Mit der eben genannten Quick-Taste die auch als Bestätigungstaste fungiert bestätigt man die gewählte Leistung und durch erneutes Drehen des Knebels (ich muss da immer an Fesselungen denken…) kann man nun die gewünschte Zeit einstellen. 95 Minuten ist hier das Maximum. Durch erneutes Drücken der Bestätigungstaste gehts dann auch endlich los. Ohne Anleitung hätte ich vermutlich mehrere Minuten gebraucht um diesen Weg zu finden.
Die Umluftfunktion wird analog dazu angesteuert, allerdings wählt man statt der gewünschten Leistung hier die zu erreichende Temperatur.
Die dritte Funktion im Bunde ist die Kombinationstaste. Hier stehen statt Leistung oder Temperatur 4 Programme zur Auswahl, die die Gebrauchsanweisung wie folgt erklärt: (Prozentangaben beziehen sich auf Maximalleistung der Komponente denke ich)
C-1 = 50% Mikro, 50% Umluft
C-2 = 50% Mikro, 50% Grill
C-3 = 100% Grill, 100% Umluft
C-4 = 30% Mikrowelle, 70% Grill, 70% Umluft.
Drei Knöpfchen fehlen noch in dieser Beschreibung:
Die Abbruch-Taste ist selbstverständlich vorhanden; es passiert oft genug, dass man mal ne falsche Taste drückt zum Beispiel.
Die Uhrzeit-Taste erklärt sich von selbst; das Einstellen der Uhrzeit war so simpel wie nur möglich.
Die Auftau-Taste: Mit dieser kann man wahlweise nach Gewicht oder nach Zeit ein Auftauprogramm starten, mehr kann ich dazu aber auch nicht sagen.
Der Knebel an sich: Der Knebel als solcher kann (obwohl nicht drückbar) auch als eigenständige Taste verstanden werden. Dreht man ihn ohne vorher was anderes gedrückt zu haben werden die 10 verschiedenen Automatikprogramme durchgescrollt.

— Die Programme in der Praxis —
Mikrowelle: Außer dem Körnerkissen meiner Freundin habe ich die Funktion noch nicht großartig benutzt. Was habe ich herausgefunden? Die Mikrowelle erwärmt Dinge. Test bestanden.

Umluft: Einer der Gründe warum ich eine Mikrowelle mit Umluftfunktion haben wollte war um beispielsweise meine morgentlichen Aufbackbrötchen schneller und energiesparender als im Backofen zuzubereiten. Wie in der Übersicht bereits beschreiben verfügt das Gerät über eine Vorheizfunktion. Man wählt also zuerst die anvisierte Temperatur und startet das Programm. Wenn die Temperatur dann erreicht ist piept die Mikrowelle zwei Mal. Jetzt kann man den Garraum bestücken und anschließend die Backzeit einstellen. Besonders schön ist hier, dass das Display über eine Art Fortschrittsbalken verfügt der den Vorgang der Erwärmung darstellt bzw. in Zehnerschritten die vorhandene Temperatur anzeigt (zwischen 100°C und 190°C).
In meinem Beispiel mussten also erstmal Aufbackbrötchen herhalten, in diesem Fall waren sie nichtmal TK-Brötchen sondern „normale“ Aufbackbrötchen. Das Begleitheft des Gerätes empfiehlt für dieses Szenario die Benutzung des Grillrostes auf niedriger Stufe. Nach der Zubereitung die exakt gemäß Aufbackbrötchenumverpackungsanleitung verlief war das Ergebnis leider eher bis sehr enttäuschend. Die Brötchen waren teils von oben arg braun während der Rest der Backware eher labberig daherkam. Schade eigentlich. Ergo die Überschrift: Könnte fast den Backofen ersetzen. Dafür reichts dann aber doch nicht.

Automatik-/Kombinationsprogramme:
Ich bin Student. Was wäre angebrachter als eine TK-Pizza mit dem Pizzaprogramm zu backen? Eben… Nichts. Nachdem das Brötchenexperiment als gescheitert angesehen werden konnte setzte ich meine Hoffnungen auf die Pizzafunktion, die meine Kaufentscheidung (neben dem niedrigen Preis) maßgeblich geprägt hat. Wie auf den Fotos zu sehen ist, ging der Versuch eine Pizza auf den Rost zu legen schief (im doppelten Sinne.). Eigentlich wäre ich der Meinung, dass eine Pizza im Idealfall von allen Seiten gebacken werden sollte weswegen eine Position auf dem Rost schon angebracht gewesen wäre. Naja, dem scheint eben nicht so zu sein. Also kommt die Pizza auf den Glasteller. Für diesen Fall schneide ich mir Backpapier kreisrund zurecht, damit die Pizza a) nicht auf dem nackten Teller liegt und b) nicht auf einem später gewiss sehr heißen Teller serviert werden muss. Auf einem Foto wird erkennbar, dass der Glasteller etwa das perfekte Format für eine Pizza hat. Wichtig, sowas! Die Pizza befindet sich also jetzt im Gerät. Drehknebel auf A-1 (Pizza) gestellt, bestätigt und… Gewicht einstellen. Zur Wahl stehen 300 und 400 Gramm. Doof dass meine Pizza 350g hatte. Vorsichtig wie ich bin versuchte ich es erst einmal mit 300g. Ohne große Hoffnungen, dass das Endprodukt essbar würde startete ich das Programm. Die Uhr zeigte 10 Minuten Garzeit an. Meine Hoffnungen auf ein durchgegartes Produkt schwanden von Minute zu Minute. 10 Minuten und fünf sanfte Piepser (naja, eher fünf Alarmtröten) später war das Ergebnis gar nicht mal so übel. Der Rand war beinahe ideal kross; lediglich die Mitte der Pizza war eher labberig und nur leicht wärmer als lauwarm. Geschmeckt hat es nichtsdestotrotz sehr gut. Überraschung gelungen! Der nächste Versuch wurde dann mit 400g Vorwahl (11:30 Minuten) gestartet und das Ergebnis gefiel noch besser. Zwar wird die Pizza immer noch nicht wirklich kross in der Mitte, aber das was da die Mikrowelle verlässt ist definitiv sehr essbar! Wenn man den Energie- und Zeitverbrauch mit dem eines Backofens vergleicht kann man sich damit auf jeden Fall arrangieren. Test bestanden!

— Fazit —
Nach jetzt 3 Tagen Nutzung fällt mein Fazit definitiv positiv aus. Wenn man das Bedienkonzept einmal begriffen hat, ist die weitere Bedienung auf jeden Fall als „einfach“ zu bewerten. Zwar enttäuschte die Umluftfunktion durch mangelhafte Wärmeverteilung, dafür bin ich aber vom Pizzaprogramm überraschenderweise sehr angetan. Wenn die Severin MW 9675 in Zukunft auch noch zuverlässig meine kulinarischen Ergüsse aufwärmen kann (wovon ich bei meinen bisherigen Erfahrungen mit Mikrowellen ausgehe) bin ich sehr zufrieden. Auch wenn ich meine Brötchen weiterhin klassisch im Backofen aufbacken muss.

Bezugsquelle:
Zu kaufen gibts das Ding überall wo es Internetz gibt.

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