Recherchiert: F. Dick Messer stauchgeschmiedet

Es tut schon fast ein bisschen weh, diesen Artikel schreiben zu müssen, aber wat mutt dat mutt. Ein authorisierter Dick-Fachhändler bestätigte mir jetzt schriftlich, was ich nach genauer Ansicht schon geahnt hatte:

Friedrich Dick benutzt ebenfalls das Stauchschmiedeverfahren.

Wo die Rohlinge hergestellt werden, ist allerdings ein Firmengeheimnis. Da das Stauchschmieden von der
Fa. Zwilling J.A. Henckels patentiert ist, steht es entweder zu erwarten, dass der mir bis jetzt doch liebe Traditionshersteller aus Deizisau die Rohlinge von dort zukauft oder sie in Lizenz selbst herstellt. Da aus letzterem aber vermutlich kein Geheimnis gemacht werden würde („Fertigung im eigenen Hause“), darf man Ersteres getrost annehmen.

Dick ist durch diese Art von Irreführung als Messerempfehlung für mich dann auch gestorben. Ich habe meinen Kaufratgeber entsprechend angepasst.

Ich rate hiermit klar von dem weiteren Kauf von Friedrich Dick-Messern ab.
Wer auf sein Messer „geschmiedet“ draufschreibt und die Klinge stanzt, ist ein Betrüger. Dass die Materialeigenschaften dadurch weniger ideal sind, ist die eine Seite. Dass die Firma die Leute für dumm verkauft, ist die andere, die für mich persönlich genauso wichtig oder sogar wichtiger ist.

Over and out.

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3 Antworten to “Recherchiert: F. Dick Messer stauchgeschmiedet”

  1. Danke für diesen Hinweis.
    Ich hab zwar kein Messer dieser Firma, aber dank dieses Artikels werde ich diesen Fehler auch def. nicht machen.

    Gruß
    Friedi

  2. Marius Says:

    Werden nicht fast alle Messer gestanzt? Also auch die meisten Japaner oder guten Europäer wie Herder? Zumindest hab ich das mal in einem Film aus Solingen gesehen…

    Gibt es qualitative Unterschiede zwischen den Verfahren?

    • Herr Grau Says:

      Es schaut so aus: Zwilling, Dick, Wüsthof und Böker stauchschmieden, die Klingen sind also gestanzt. Alle anderen deutschen Hersteller (und Victorinox) verarbeiten gesenkgeschmiedete Rohlinge von Julius Kirschner und Sohn, Solingen. Die japanischen Messer westlicher Machart sind ausnahmslos gestanzt, der Kropf wird angesintert.
      Zum Thema Qualitätsunterschied muss man sagen: Gesetz dem Fall, dass die Wärmebehandlung gut ist, gibt es für den Stahl keinen Unterschied. Ist das nicht der Fall, ist ein geschmiedeter Rohling überlegen. Das spielt aber prinzipiell keine große Rolle. Ich habe da einige Bruchbilder zu gesehen und musste meine langjährige Meinung zu dem Thema ändern. Es ist vielmehr störend, dass die Messer als „geschmiedet“ bezeichnet werden, wenn sie es technisch gesehen nicht sind. Das ärgert mich, deshalb unterstütze ich das nicht.

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