Archiv für Juni, 2011

Review: Wyres Saiten

Posted in Getestet on 23. Juni 2011 by Herr Grau

Saiten sind für Gitarristen magisches Gut, denn sie bergen die Verheißung, für ein paar Taler aus dem alten Eierschneider doch noch ätherischen-güldenes Singen entlocken zu können oder – die tiefe Grundlage fast jedes Gear Acquisition Syndromes – plötzlich wie der junge Teufel in Yrgendwie Malmsteins Küchenschränkchen spielen zu können. Leider bin ich von dem Nymphengesang jener Magie nicht gefeit. Unfähig, jemals einfach mal mit dem „ganz Guten“ dauerhaft vorlieb nehmen zu können, mäandere ich durch das Angebot der Saitenhersteller. Meine Lakewood wurde mit 012-053ern Elixir-Saiten ausgeliefert, die mir als Referenz dienen. Generell kommen für mich eigentlich nur beschichtete Saiten in Frage. Ich habe nicht viel Zeit, daher stehen die Instrumente von Spielen zu Spielen auch mal ein paar Tage; unbeschichtete Saiten, mit ein wenig Handschweiß benetzt, annihilieren sich innerhalb dieser Zeit einfach auch mal gerne selbst.

Nachdem die D’Addario EXP durch ihren zu dumpfen Klang bereits ausgeschieden waren, stolperte ich im Fingerpickerforum über die Empfehlung, dem Drahtwerkœvre der Firma Wyres aus Canada einmal ein forschendes Auge zuzuwenden. Die Firma Celtic Sound vertreibt genannte Schwungkörper in Deutschland, also wagte ich den Schritt und bestellte die beschichtete Serie in der selben Stärke wie meine Elixirs, mit der ich sehr gut zurecht komme ( – wer hat außerdem Lust, seine Gitarre neu einstellen zu lassen?..).

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Klangvergleich zwischen Elixirs und Wyres veröffentlichen. Nach meinen Erfahrungen erübrigte sich aber die Mühe: Von Anfang an klangen die Saiten .. sagen wir mal unspektakulär. Langweilig. Außerdem hingen die beiden hohen Saiten im Klangbild irgendwie daneben. Und das wurde nicht besser – nach nicht einmal zwei Wochen nicht besonders intensiver Nutzung sieht die Bespannung aus, als wäre Stalingrad mal zum Kaffee vorbei gekommen. Als langer Rede kurze Klimax möge dienen, dass ein befreundeter Gitarrist mich verstört fragte, seit wann meine Gitarre so armseelig klinge. Das soll als zusammenfassender Punkt gereichen.

Es bleibt zu erwähnen, dass die Saiten beim Fingerpicking schon merklich besser klingen, als beim von mir fast hauptsächlich praktizierten Strumming – und dass die Firma Celtic Sound meine übrigen Saitensätze sehr kulant zurücknahm. Für den Fingerstyle-Gitarristen, der beschichtete Saiten braucht und weder mit den Elixirs, noch mit den D’Addarios zurecht kommt, mag es einen Versuch wert sein. Für alle anderen kann ich nicht guten Gewissens etwas anderes als ein Abraten aussprechen.

Wichtige Worte: Schillers Tell #6

Posted in smile and look alive on 23. Juni 2011 by Herr Grau

Rastlos muß ich ein flüchtig Ziel verfolgen,
Dann erst genieß ich meines Lebens recht,
Wenn ich mirs jeden Tag aufs neu erbeute.

Lieber Facebook-Nörgeler…

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 21. Juni 2011 by Herr Grau

Gerade durfte ich wieder in einem Forum über einen Aufschrei des alarmierten Deutschen stolpern, es wurde sich echauffiert über so genannte „Facebook-Partys“.
Ich bin jung und ich bin im Facebook – und ich weiß nicht einmal, was es mit diesen Facebookpartys auf sich hat. Man kann und muss tagtäglich einen ganzen Haufen Schwachsinn ignorieren; dass eher früher als später auch Facebook ein Ort für die Ausübung dieses Talents sein würde, war angesichts der Tatsache, dass 675 Millionen Menschen dort teilnehmen, jetzt nicht unbedingt verwunderlich. Ein paar Deppen dürften – fernab jeder Erfahrung mit dem Internet jetzt mal rein statistisch – schon dabei sein.

Wer nichts besseres zu tun hat, als bei der schieren Nennung des Namens „Facebook“ reflexartig von „Informations-Stasi“ zu brüllen, hat vermutlich in früherer Kindheit mal einen mit dem Klavier an den supracervicalen Hohlraumbegrenzer gekriegt. Du bekommst eine einmalige und sehr gut funktionierende Dienstleistung und zahlst dafür mit privaten Informationen – aber nur mit jenen, die du preisgeben willst. Es steht kein Mann im grauen Trench vor deiner Tür, wenn Du dein Geburtsdatum nicht veröffentlichst und du wirst auch nicht ohne Prozess interniert, weil du keine Fotos von dir hochlädst. Und wenn du dich irgendwo bewirbst und auf deinem Facebookprofil sind Bilder, wie du dich bar und eigenurintrinkend von einem betrunkenen Zwerg auspeitschen lässt, dann bist du einfach nur ein Trottel, das ist nicht die Schuld von welchem Sozialportal auch immer, das du dich zu nutzen entschieden hast. Es ist deine Schuld, und deine ganz allein.

Leute, die dann anfangen zu nörgeln, sind oft die selben, die sich auch beschweren, wenn ihr Passwort „1234“ geknackt wird und dann vehement fordern, dass man von den Seiten zu sichereren Passwörtern gezwungen werden soll. Wer nicht von sich aus vernünftige Passwörter verwendet, kann sich auch nicht mit dem Argument, er verstünde von Technik nichts, herausreden. Trottel, sonst nichts, und zwar derart, dass man sie von öffentlicher Seite aus mit Schildern kennzeichnen müsste, zum Schutz der Restallgemeinheit. Für solch eine Regel könnte ich mich schon mit Leib und Seele erwärmen.

Zu guter letzt bleibt noch, die Leute zu adressieren, die Dinge wie Facebook „aus Prinzip“ nicht nutzen wollen. Ja, man sollte nicht jede Neuerung per se als toll feiern und sich hinein stürzen – es gibt mit Sicherheit genug Neuerungen von zweifelhaftem Wert. Innovationen aber kategorisch abzulehnen, ist genauso stupide und spricht von einem missverstandenen Sinn von Retrocoolness ( – wenn man nicht gerade kategorischer Reaktionär mit funktionierendem, ich wiederhole: funktionierendem philosophischem Überbau ist).
Zum Mitpinseln: Nein, du bist nicht cool oder interessant, weil Du Facebook ablehnst – alles, was du bist, ist auf dem Weg, ein verschrobener alter Mann zu werden.

Und es wäre ja nun kein meiner würdiger Text, wenn es nicht mindestens irgendwo völlig überhebliche Prophetie gäbe. Also:
Wahrlich, ich sage Euch: Was es gibt, ob alt, ob neu, will sowohl mit Bedacht betrachtet, als auch genutzt werden, wenn denn für gut befunden!
So einfach ist das.

Deutsche Sprache? Schöne Sprache.

Posted in Angewandte Wissenschaft on 14. Juni 2011 by hoegi

Wissenswertes aus der Textverarbeitung:
Ist eine einzelne Zeile eines Absatzes durch einen Seitenumbruch vom Rest des Absatzes getrennt, spricht man entweder von einem Schusterjungen (oder auch Waisenkind), wenn es sich um die erste Zeile eines Absatzes handelt, oder von einem Hurenkind (heute leider auch Witwe genannt), wenn es sich um die letzte Zeile des Absatzes handelt.

Wir haben eine dufte Sprache.

Worte und Dinge #8: Beziehungsspielchen

Posted in smile and look alive on 13. Juni 2011 by Herr Grau

Wie ein Mann mit einem Problem umgeht, kommt auf seine Größe an.

Die Bigotterie des Lokalradios oder „Kann hier jemand Englisch?“

Posted in Probleme des Lebens, smile and look alive on 8. Juni 2011 by hoegi

Lokalradio. Es läuft in etwa jedem deutschen Durchschnittshaushalt (Durchschnitt ist wörtlich zu nehmen.) mehrere Stunden am Tag und versorgt die Hausfrau von heute mit „den Hits aus den 80ern, 90ern und dem Besten von heute!“. Heißt in der Praxis: Ein bisschen Phil Collins, viel Madonna und ganz viel Fahrstuhlmusik aus den letzten 3 Dekaden.
Stutzig wurde ich vor wenigen Monaten, als „Fuck You“ von Cee Lo Green auf jedem Radiosender auf und ab lief. Wenn ich denn mal Radio höre, dann Einslive. Hier also ebenso tagein, tagaus „Fuck You“.
Als ich das Lied dann aber mal im Lokalradio hörte fiel mir schnell auf, dass da was anders läuft. Plötzlich heißt das Lied „Forget You“ und aus dem Hintergrundchoral mit „oh shit, she´s a golddigger, just thought you should know, nigger!“ wurde ein „oh sh.., she´s a golddigger, just thought you should know, ….“. Bemerkenswert. Scheinbar sind solch böse Worte im Lokalradio nicht gerne gehört und so bedient man sich hier der prüden amerikanischen Radioversion. Nun gut.
Später traf es dann auch noch das Lied „Fucking Perfect“ von Pink, das im Lokalradio 65 mal am Tag als „F…ing Perfect“ durch den Äther fleucht. Naja. Sollen sie halt machen.
Wirklich absurd ist allerdings Folgendes: In der vergangenen Zeit habe ich etwa 3 Male das Lied „Bobby Brown goes down“ von Frank Zappa im Lokalradio gehört. Das letzte Mal war gerade eben.
Hier kleine Textauszüge:

„I got a cheerleader here wants to help with my paper
Let her do all the work n maybe later I’ll rape her“
„I tell you people I was not ready
When I fucked this dyke by the name of freddie“
„She had my balls in a vice, but she left the dick
I guess it’s still hooked on, but now it shoots too quick“
„Oh God I am the american dream
But now I smell like vaseline
An Im a miserable sonofabitch
Am I a boy or a lady…i don’t know which“
„An none of the jocks can even tell Im a homo
Eventually me n a friend
Sorta drifted along into s&m
I can take about an hour on the tower of power
Long as I gets a little golden shower“
„Oh God I am the american dream
With a spindle up my butt till it makes me scream“
„Oh god, oh god, Im so fantastic!
Thanks to freddie, Im a sexual spastic!“

Im Prinzip hätte ich auch die kompletten Lyrics kopieren können.
Wer des Englischen auch nur teilweise mächtig ist, wird festgestellt haben, dass dieses Lied fast ausschließlich die Fornikation in sämtlichen Facetten beschreibt und dabei wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt.
Aber schön, dass „Fucking perfect“ und „Fuck you!“ zensiert werden. Wenn die Kinder sowas hören würden…

Kauft nicht bei Elektronik-„Discountern“!

Posted in Probleme des Lebens on 7. Juni 2011 by hoegi

Die Erkenntnis ist vielleicht nicht neu und auch nicht bahnbrechend, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen:
Kauft nicht bei Elektronik-„Discountern“!
Warum muss ich das jetzt in den Äther schreien? Ganz einfach, am Wochendene kam mir in diesen Läden wieder die Galle hoch.
Ziel meines Einkaufs war eigentlich nur so eine Kassette mit 3,5mm-Klinkenkabel dran. Kennt wahrscheinlich jeder, braucht aber auch heutzutage eigentlich niemand mehr. Ich hätte es schon gebrauchen können zu dem Zeitpunkt. Wie teuer kann so ein Ramsch denn sein? Mediamarkt wie auch Saturn möchten für so ein Gerät der extraordinär hochwertigen und knallhart spezialisierten Allroundfirma „hama“ doch echt 17€ haben! Keine Ahnung wer sowas zahlt. Das Internet verrät mir, dass es genau dieses Ding für 5,50€ gibt. Ist mir aber auch jetzt egal; ich brauchs nicht mehr.

Ein weiterer Fall: Meine alte optische Logitech 08/15 3-Tasten-Maus gibt langsam den Geist auf. Also möchte ich gerne eine neue. Die Logitech MX518 passt mir gut ins Budget und auch vom Handling her gefällt sie mir. Wenn ich mich nicht täusche, gibts das Ding bald bei Medimax für 19,99€. Interessehalber habe ich dann aber mal bei den beiden großen Discountern geguckt: Saturn will 49,99€ (!!!) haben und Mediamarkt immerhin noch 34,99€. Das Internet verkauft mir die Maus für 22€. Man könnte meinen, es lohne sich Preise zu vergleichen.

Medimax ist zwar auch ein größerer Elektronikhändler, aber doch irgendwie was Anderes. Wenn man mal irgendwo vor Ort etwas günstig bekommt, dann da. Vor rund 2 Jahren habe ich meine Senseo-Maschine da für 44€ gekriegt; bis heute habe ich das Modell nirgendwo auch nur annähernd zu einem vergleichbaren Preis gesehen.

Fazit: Danke Internet!

„There, I fixed it!“ – Der wackelige Schreibtisch

Posted in Angewandte Wissenschaft, Probleme des Lebens on 6. Juni 2011 by hoegi

Seit über einem Jahr wohne ich in meiner aktuellen Wohnung und seit über einem Jahr wackelt der damals neu zusammengeschraubte Schreibtisch wie eine Grünunke kurz vor der Balz. Also schon ziemlich.
Fast genau so lange hatte ich mir vorgenommen, dieses Problem anzugehen und den Schreibtisch irgendwie zu stabilisieren.
Die Lösung des Problems war und ist eine einfache Diagonalstrebe, wie man sie in jedem rahmenbasiertem Bauwerk wie z.B. in einem Parkhaus zuhauf findet.
Das echte Problem waren aber die runden Tischbeine, wie man sie in jedem Baumarkt für ne schmale Mark bekommt. Wie soll ich an lackierte, glatte und wie gesagt runde Beine so eine doofe Strebe befestigen? Die zündende Idee kam mir irgendwann, ich vermute mal beim Kacken: Schlauchklemmen.
Im ersten dahergelaufenen Baumarkt bekam ich dann für rund 4€ zwei dieser Dinger. Die Maße meiner Beine musste ich spontan abschätzen, da ich den Baumarktbesuch gar nicht von langer Hand geplant hatte, aber glücklicherweise passten die gekauften Dinger dann wie angegossen.
Als Strebe dient in meinem Falle ein entbehrliches Stabilisierungskreuz von dem Ikea-Regal IVAR. Leider sind die vorgebohrten Löcher am Stabilisierungskreuz zu klein gewesen für die der Klemmen beigelegten Schrauben, also mussten dafür auch Neue her. Weil damit auch das Gewinde der Schlauchklemme wegignoriert wurde, brauchte ich noch passende Muttern für die Schräubchen und weil die Schraubenköpfe zu klein waren für die Halterung an der Klemme mussten auch noch Unterlegscheiben her. Schlimm das.
Alles in Allem kostete die Aktion 10€, dafür habe ich jetzt aber auch genug Schrauben. Und Muttern. Und Unterlegscheiben.
Und einen stabilen Tisch.

Geld gegen Essen – Tijuana Aachen

Posted in Geld gegen Essen - Restaurantnörgeleien on 6. Juni 2011 by hoegi

Vor wenigen Wochen erweckte eine Werbung am kürzlich geschlossenen Café Extrablatt am Aachener Markt meine Aufmerksamkeit.
Sonntags im Tijuana „Das deftige Dutzend“. 12 Burger inklusive Pommes, Ketchup und Mayo ab 4,90€.
Das musste natürlich getestet werden und letzte Woche war es dann soweit.
Ich versuche mich hier kurz zu fassen: Das Personal war weitestgehend nett, leider aber auch in Teilen arg unfähig.
Bestellt hatten wir einen Chickenburger ohne Zwiebeln und einen normalen „God save the queen“-Burger (Cheeseburger mit Bacon). Wir bekamen einen Chickenburger mit Zwiebeln und einen Cheeseburger ohne Zwiebeln. Nach Reklamation unsererseits wurde dann der Chickenburger mitgenommen. Fragwürdig ist hier schon, warum mein Burger nicht auch mitgenommen wurde, schließlich fehlten mir ja die Zwiebeln.
Nach maximal einer Minute kehrte der Chickenburger an den Tisch zurück und der Fehler sollte behoben sein. Denkste. Alles war wie vorher. Die Frage nun: „Was zur Hölle habt ihr mit dem Burger da gemacht??“. Naja, selbst ist der Mann: Zwiebeln von Burger zu Burger transplantiert und dann rein mit dem Bulettenbrötchen.
Vom Geschmack her war mein Cheeseburger eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Nicht spektakulär aber auch nicht ungenießbar. Am Schlimmsten war allerdings das Handling. Die ziemlich glatte Bulette flutschte bei jedem Biss einen Stück in Richtung entgegengesetztem Burgerrand. Das sollte man vermeiden können. Die beigefügten Pommes (eher Steakhouse Frites) waren gut gewürzt und die dazu gereichten Pöttchen Mayo und Ketchup ausreichend dimensioniert. Das war nicht schlecht.

Fazit: Für 5,90€ kann man in einem Restaurant am Aachener Markt sicherlich nicht meckern, aber für den vergleichsweise geringen Aufwand, den ein Burger in der Zubereitung erzeugt, ist der Preis auch schon wieder grenzwertig. Schlimm waren die Getränkepreise: 0,25l Cola für 2,20€ und 0,4 l für 3,95€! Ich glaub es hakt.

Essen: 6/10
Service: 3/10
Sauberkeit: 7/10
Preisgestaltung: 3/10
Ambiente: 8/10

Ergebnis: 2,7 von 5 möglichen Vanilleeiskügeln mit Senf und Gürkchen.

Markt 45-47
52062 Aachen
Tel: 0241 – 4019437
http://www.aachen.bar-tijuana.de/

Ein Experiment: Nudeln in Baconrahmsoße

Posted in Studentenfutter on 6. Juni 2011 by hoegi


Horido und Halali!
Nach längerer Blogabstinenz meldet sich der Kombüsenmaat zurück am Sonnendeck des Internetz´.
Aus gegebenem Anlass, in diesem Falle der völligen Verrohung dieses Blogs in einen Food-Blog, muss ich mich zuerst mit einem soeben fabrizierten und verdrückten kulinarischen Exkurs hier einfinden.
Seit Wochen schon schlummerte eine Packung Bacon in meinem Kühlschrank und wartete sehnsüchtig auf ihren Verzehr. Kurz vor knapp, also vor dem MHD erbarmte ich mich also heute und kreierte eine wundersame Baconrahmsoße.
Die Zutaten für eine Person wären da: Die soeben genannte, vor sich hin siechende, Packung Bacon (100g), ein Päckchen Sahne (200ml, heute nur H-Sahne, aber die tuts auch), ~200ml Brühe (dazu gleich noch mehr), 140g Nudeln, Salz, Pfeffer, Oregano und eine Zehe Knoblauch zum Würzen sowie etwas gehäckselte Petersilie aus dem Glas (ihr wisst ja, das Auge und so…).
Um Platzmangel in der Pfanne entgegenzuwirken empfiehlt es sich, zuerst den Bacon in handlichere Stückchen zu schnippeln. Quadrate bieten sich aufgrund ihrer hervorragenden geometrischen Eigenschaften ebenso gut an wie Kreise und Septagone. Wichtig an dieser Stelle: Wenn man wie ich zu faul ist jeden Streifen einzeln zu schneiden alles im Batch verarbeitet, sollte man die so gewonnenen Stückchen vor dem Pfannentauchgang erstmal auseinanderfriemeln sonst gibts nachher Baconklötze. Das will ja auch Keiner.
Zusammen mit fein gewürfelten Zwiebeln (die ich nicht aufgeführt habe, weil ich sie blöderweise gerade vergessen habe…) wird das Speckgehäcksele dann in der Pfanne bis zur gewünschten Bräunung und Knusprigkeit gebraten. Wenn mich jemand in Zukunft nach meinen Lieblingsgerüchen fragen sollte, werde ich neben dem Geruch von einer Backstube am Morgen sowie frisch gemähtem Gras definitiv auch den Geruch von bratendem Bacon anbringen. Gibts sowas eigentlich als Parfum?
Jetzt löschen wir diese lecker riechenden Meisterstücke mit der Brühe ab.

Exkurs: Brühe
Ein heikles Thema. Ich als leidenschaftlicher aber auch reichlich uninformierter Hobbykoch habe in der Vergangenheit etwa 3 Gläser der „Klaren Brühe“ von Maggi durch meine Pfanne gejagt, bis mir neulich erst auffiel, dass tatsächlich echter und originaler Geschmacksverstärker in dem Zeugs drin ist. Das hat mich natürlich etwas schockiert, am Schlimmsten war aber, dass ich da nicht viel früher drauf geachtet habe. Viele leckere Gerichte in der Vergangenheit tragen nun den Makel Geschmacksverstärker beinhaltet zu haben und so fing ich an zu zweifeln, ob ich überhaupt kochen kann, oder ob Maggi das nicht doch für mich getan hat.
Natürlich musste dann auch ein Ersatzprodukt her. Zur Wahl standen diverse Möglichkeiten: Ich könnte mir in langwieriger Arbeit selber eine Gemüsebrühe einkochen, ich könnte teurere Produkte kaufen, fertige Brühen oder gar Fonds, doch all das stellt mich nicht recht zufrieden. Ich möchte nicht Stunden in der Küche verbringen um Brühe zu bekommen und ich möchte auch nicht jedes Mal wenn ich koche ein Vermögen dafür loswerden (>3€/Glas Fond). Nach kurzer Internetzrecherche stieß ich auf die Alnatura-Brühe von dm. Ja richtig, ein Bio-Produkt aus einer Drogeriekette. Erstaunlicherweise kostete das Glas (für 12,5 Liter) nur etwa 2,50€ und war damit doch recht erschwinglich. Das Produkt ist tatsächlich völlig geschmacksverstärkerfrei. Weder als solcher gekennzeichnet, noch versteckt in Hefeextrakt oder nochwas. Damit konnte und kann ich mich anfreunden. Seit 2 Wochen ist das nun das Mittel der Wahl. Zurück ins Kochstudio.

Nachdem die Baconbrühe ein paar Minuten schön vor sich hin geköchelt hat, geben wir die Sahne dazu und würzen je nach Belieben. Ich habs leider etwas mit dem Salz übertrieben, denn der Bacon hat doch noch enorm Salz abgeben. Damit also sparsam sein!
Wenn die gewünschte Sämigkeit erreicht ist (~ 10 Minuten bei mittlerer bis mäßig starker Hitze) sollten wir am Ziel sein.
Soße auf die Nudeln und ab dafür!
Leider geht der Bacongeschmack nicht so sehr in die Soße über wie ich das erhofft hatte. Im Prinzip habe ich nur eine gewürzte Rahmsoße gekocht mit Bacon als Beigabe. Tja. Wenn ich von der leichten Versalzung des Essens absehe hat es aber gut geschmeckt und wird gewiss auch noch verfeinert. Wer also in den Untiefen seines Koelkastes eine Packung Bacon findet und nicht weiß wohin damit: Rahmsoße frisst Alles.

Nachtrag: Die Suche nach der idealen Brühe geht weiter… 😦