Ein Experiment: Nudeln in Baconrahmsoße


Horido und Halali!
Nach längerer Blogabstinenz meldet sich der Kombüsenmaat zurück am Sonnendeck des Internetz´.
Aus gegebenem Anlass, in diesem Falle der völligen Verrohung dieses Blogs in einen Food-Blog, muss ich mich zuerst mit einem soeben fabrizierten und verdrückten kulinarischen Exkurs hier einfinden.
Seit Wochen schon schlummerte eine Packung Bacon in meinem Kühlschrank und wartete sehnsüchtig auf ihren Verzehr. Kurz vor knapp, also vor dem MHD erbarmte ich mich also heute und kreierte eine wundersame Baconrahmsoße.
Die Zutaten für eine Person wären da: Die soeben genannte, vor sich hin siechende, Packung Bacon (100g), ein Päckchen Sahne (200ml, heute nur H-Sahne, aber die tuts auch), ~200ml Brühe (dazu gleich noch mehr), 140g Nudeln, Salz, Pfeffer, Oregano und eine Zehe Knoblauch zum Würzen sowie etwas gehäckselte Petersilie aus dem Glas (ihr wisst ja, das Auge und so…).
Um Platzmangel in der Pfanne entgegenzuwirken empfiehlt es sich, zuerst den Bacon in handlichere Stückchen zu schnippeln. Quadrate bieten sich aufgrund ihrer hervorragenden geometrischen Eigenschaften ebenso gut an wie Kreise und Septagone. Wichtig an dieser Stelle: Wenn man wie ich zu faul ist jeden Streifen einzeln zu schneiden alles im Batch verarbeitet, sollte man die so gewonnenen Stückchen vor dem Pfannentauchgang erstmal auseinanderfriemeln sonst gibts nachher Baconklötze. Das will ja auch Keiner.
Zusammen mit fein gewürfelten Zwiebeln (die ich nicht aufgeführt habe, weil ich sie blöderweise gerade vergessen habe…) wird das Speckgehäcksele dann in der Pfanne bis zur gewünschten Bräunung und Knusprigkeit gebraten. Wenn mich jemand in Zukunft nach meinen Lieblingsgerüchen fragen sollte, werde ich neben dem Geruch von einer Backstube am Morgen sowie frisch gemähtem Gras definitiv auch den Geruch von bratendem Bacon anbringen. Gibts sowas eigentlich als Parfum?
Jetzt löschen wir diese lecker riechenden Meisterstücke mit der Brühe ab.

Exkurs: Brühe
Ein heikles Thema. Ich als leidenschaftlicher aber auch reichlich uninformierter Hobbykoch habe in der Vergangenheit etwa 3 Gläser der „Klaren Brühe“ von Maggi durch meine Pfanne gejagt, bis mir neulich erst auffiel, dass tatsächlich echter und originaler Geschmacksverstärker in dem Zeugs drin ist. Das hat mich natürlich etwas schockiert, am Schlimmsten war aber, dass ich da nicht viel früher drauf geachtet habe. Viele leckere Gerichte in der Vergangenheit tragen nun den Makel Geschmacksverstärker beinhaltet zu haben und so fing ich an zu zweifeln, ob ich überhaupt kochen kann, oder ob Maggi das nicht doch für mich getan hat.
Natürlich musste dann auch ein Ersatzprodukt her. Zur Wahl standen diverse Möglichkeiten: Ich könnte mir in langwieriger Arbeit selber eine Gemüsebrühe einkochen, ich könnte teurere Produkte kaufen, fertige Brühen oder gar Fonds, doch all das stellt mich nicht recht zufrieden. Ich möchte nicht Stunden in der Küche verbringen um Brühe zu bekommen und ich möchte auch nicht jedes Mal wenn ich koche ein Vermögen dafür loswerden (>3€/Glas Fond). Nach kurzer Internetzrecherche stieß ich auf die Alnatura-Brühe von dm. Ja richtig, ein Bio-Produkt aus einer Drogeriekette. Erstaunlicherweise kostete das Glas (für 12,5 Liter) nur etwa 2,50€ und war damit doch recht erschwinglich. Das Produkt ist tatsächlich völlig geschmacksverstärkerfrei. Weder als solcher gekennzeichnet, noch versteckt in Hefeextrakt oder nochwas. Damit konnte und kann ich mich anfreunden. Seit 2 Wochen ist das nun das Mittel der Wahl. Zurück ins Kochstudio.

Nachdem die Baconbrühe ein paar Minuten schön vor sich hin geköchelt hat, geben wir die Sahne dazu und würzen je nach Belieben. Ich habs leider etwas mit dem Salz übertrieben, denn der Bacon hat doch noch enorm Salz abgeben. Damit also sparsam sein!
Wenn die gewünschte Sämigkeit erreicht ist (~ 10 Minuten bei mittlerer bis mäßig starker Hitze) sollten wir am Ziel sein.
Soße auf die Nudeln und ab dafür!
Leider geht der Bacongeschmack nicht so sehr in die Soße über wie ich das erhofft hatte. Im Prinzip habe ich nur eine gewürzte Rahmsoße gekocht mit Bacon als Beigabe. Tja. Wenn ich von der leichten Versalzung des Essens absehe hat es aber gut geschmeckt und wird gewiss auch noch verfeinert. Wer also in den Untiefen seines Koelkastes eine Packung Bacon findet und nicht weiß wohin damit: Rahmsoße frisst Alles.

Nachtrag: Die Suche nach der idealen Brühe geht weiter… 😦

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5 Antworten to “Ein Experiment: Nudeln in Baconrahmsoße”

  1. Hertha Says:

    Hallo,
    nichts für Ungut, aber die ‚Alnatura-Brühe‘ trägt ihren Namen vollkommen zu Recht: Hefeextrakt stand auf den Gläsern (für 12,5 Liter), die ich vorhin bei Alnatura und besagter Drogeriemarkt-Kette in der Hand hatte an zweiter oder dritter Stelle der Zutatenliste zählt also zu den Hauptbestandteilen…

  2. Argh, Schande über mich!
    Hätte sowas wenn dann am Ende der Zutatenliste vermutet… das ist natürlich schon hart, dass das so weit oben steht. Übel, übel.

    Dann muss ich wohl weiter nach der idealen Lösung suchen…

  3. Hertha Says:

    Danke für die Korrektur im Artikel!
    Viel Erfolg bei der Suche; der Weg ist das Ziel.
    Ich meine, dass ich dieses Produkt irgendwann schon mal habe im Regal stehen lassen.
    Wäre jetzt auch nicht das erste mal gewesen, dass ich mich über ein Alnatura-Produkt gewundert bzw. geärgert hätte. Bei Denen darf man gerne mal etwas genauer hinschauen…
    Naja. Wo ich schon mal da war; im Regal stand dann noch so ein Produkt eines anderen ‚Bio‘-Herstellers. Mit 1,95 für 10,3 Liter noch bezahlbar und ohne Hefe, Gluten oder Lactose. Ich hab’s mal mitgenommen. Nach Meersalz ist die zweite Zutat Maltodextrin. Konnte ich erst zuhause nachsehen. Aha: Ein Zuckerle. Kraftfutter und Füllstoff. Zutat Nr. 4: Rohrzucker.
    Dafür bleibt der Brennwert mit 2 kcal/100g fertige Brühe aber im Rahmen.
    Noch nicht weiter probiert.

    Ausgerechnet von Maggi scheint es neuerdings wohl was Super-Duper-Bio-mäßiges zu geben. Mehr weiß deren hauseigenes Kochstudio.

    Selber Suppengrün für ein Jahr einsalzen geht wohl auch:
    http://is.gd/IUs4gH
    Ob das für 1P-Haushalte sinnvoll umzusetzen ist, wäre zu überlegen.
    Und wer hat schon Zugriff auf Liebstöckl…

  4. Danke für den Tipp!
    Als nächstes werde ich wohl das erste Mal in meinem Leben ein Reformhaus betreten. Wenn nicht da, wo sonst soll ich son Zeugs bekommen?
    Und vielleicht ist dieses neue Maggizeugs ja tatsächlich was, aber dran glauben kann ich noch nicht so recht…

  5. Herr Grau Says:

    Eine andere Möglichkeit wäre, auf die Brühe vollständig zu verzichten. Man kann mit Wein, Bier und sogar Wasser super deglacieren. Komm: Bacon… Dunkelbier… Das macht doch schon auf einer ganz intuitiven Ebene Sinn. Eine mitgedünstete gehackte Karotte, sowie ein bisschen Lorbeer und eine zerstoßene Nelke ersetzen den Brühegeschmack. Außerdem wollte ich vorschlagen, zur Bacongeschmacksmaximierung einen Teil des Bacons mit der Sauce zu pürieren. Wäre einen Versuch wert. 🙂

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