Wenn man die Kinder mal alleine lässt

Über den großartigen GMX-Newsticker (Tor Zur Welt™ seit 15 Jahren) bin ich über eine Sache gestolpert, die wie lange keine andere illustriert, was in der Grundgedankenstruktur unserer Gesellschaft falsch läuft – ich will die Geschichte kurz umreißen:

Ein Polizeichief stellt sich vor einen Hörsaal und spricht über öffentliche Sicherheit. Gegen Ende weist der freundliche ältere Herr darauf hin, dass Vergewaltiger dazu tendieren, aufreizender angezogene Frauen anzugehen und empfiehlt daher jenen, welche nicht am Businessende einer Vergewaltigung zu landen trachten, die Nuttigkeit des Oberkleids um 3° Hilton zurückzufahren. Die Emanzen im Saal empören sich, aktivieren ihren Emailverteiler und beraumen öffentlichen Protest samt Aktionstag (den s.g. „Slut Day“) an – der Polizeichef kriegt medial mit dem glühenden Hammer auf den Sack.

„Was ist hier passiert?“ schleicht sich die nötigste aller Fragen direkt vom Neocortex in die Area Postrema. Diese ganze Situation speist sich aus einem einzigen eklatanten Fehlschluss: Alles wird danach bewertet, ob es ideell sein darf oder nicht. Ein Hinweis auf die dem Wunschgedanken widersprechende Realität wird als Affront gegen die Political Correctness gesehen. Einige Realitäten lassen sich ändern und für das mag es sich zu streiten lohnen; die, dass ein Triebtäter statistisch gesehen immer eher auf ein aufreizend zurechtpräpariertes Opfer losgehen wird, ist eine in der Sache so unänderbare wie die Gravitation oder die Tatsache, dass Patrick Steward eigentlich der neue James Bond hätte werden müssen.

 

Vortragender: „Wenn Menschen zu lange hungern, werden sie auf der Suche nach Essen alle Mittel nutzen und schließlich sich auch mit Gewalt Nahrung verschaffen.“
(aus der 2ten Reihe empört): „Hungernde sind keine gewaltigbereiteren Menschen!“
(von weiter hinten, aber lauter): „Er diskriminiert Hungernde!“
(ein Chor bildet sich): „Hetzer! Hetzer! Hängt ihn auf!“
Eine halbe Stunde später verbleibt der Vortragende  unter einem Strick. Neben ihm hängt noch der Mann, der vor zwei Tagen für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädierte.

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