Schokoladenkuchen

Ich hab lange nachgedacht, ob man den Titel nicht noch irgendwie spezifizieren sollte. Denn wie Claudia von foolforfood, von der ich das Rezept geklaut habe, auch schon festgestellt hat, gibt es doch einen Haufen Entitäten, als die so ein Schokokuchen daher kommen kann, alle Dichte- und Fluffigkeitsgrade wandeln irgendwo unter der Sonne und jeder hat seine eigenen Favoriten. Leider ist mir kein gutes Adjektiv eingefallen, um publikumswirksam zu beschreiben, was die wohlfeile Quelle als „Zwitter aus Schokoladenkuchen und Brownie“ bezeichnet. Muss also ohne gehen.

Erwähnenswert ist vielleicht, dass ich eine etwas schwierige Beziehung zu meinem Backofen hege. Kochen ist Gefühlssache, Backen ist Wissenschaft. Ich kann nachts in der Tundra vor Bischkek mit verbundenen Augen aus einem alten Kaktus und etwas saurer Eselsmilch eine Pastasauce zaubern, aber wenn es ans Backen geht, muss ich mir jeden Erfolg hart erarbeiten. Ich bin also ein kleines bisschen stolz, dass der Kuchen recht gut funktioniert hat. Das Publikum war .. sagen wir mal zurückhaltend begeistert. Schon recht gut, aber nicht fantastisch. Ich kann aber nicht sagen, ob das an mir und meiner völligen Talentlosigkeit im Süßgebäck-Sektor liegt oder am Rezept. Trotzdem: Das Ganze war lecker, das Rezept ist so einfach, dass man es tendentiell auch ohne schriftliche Unterstützung in jeder unmöglichen Situation aus dem Hut ziehen kann und .. ich habe einen Kuchen gebacken, verdammt, und das haben jetzt alle zu erfahren!

Beim Backen ist es von Vorteil – zumindest das habe ich inzwischen schmerzhaft gelernt – jeden Schritt auf den Buchstaben genau auszuführen. Das wollte ich wenigstens erwähnt haben, kann ich doch sonst nicht allzu viele gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Na denn los.

Wir brauchen:
250 g dunkle Schokolade, 3-4 Esslöffel Wasser, 250 g Butter, 250 g Zucker, 4 Eier, 250 g Mehl und Puderzucker zum Bestäuben

1. Eine Springform (24 cm Durchmesser) mit Butter ausreiben, kühl stellen und dann mit Mehl ausstäuben. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

2. Die Schokolade zerkleinern. Das Originalrezept sagt „Zerhacken“, aber ehrlich: Die Schokoladenpackung ein paar mal aggressionsmildernd auf die Küchenplatte geprügelt – fertig. Einen kleinen Topf mit ein bisschen Wasser füllen und zum Kochen bringen. Schokolade mit 3-4 Esslöffeln Wasser in eine metallene Rührschüssel geben (Achtung, in die Rührschüssel muss noch etlich mehr Zeug passen) und auf den Topf stellen. So schmelzen wir die Schokolade, ohne Gefahr zu laufen, sie ungewollt zu fossilem Brennstoff umzuwandeln, was doch schnell geschafft ist.

3. Die Butter in kleinen Stücken nach und nach unter die geschmolzene Schokolade rühren. Den Zucker ebenfalls unterrühren.

4. Die Rührschüssel vom Topf nehmen und ein Ei nach dem anderen unterrühren. Dann soll die Masse so lang geschlagen werden, bis sie deutlich heller wird – ich habe mir ein Bein ausgerührt, deutlich was getan hat sich da nicht. Im Zweifel einfach bis zum Erschöpfungstod arbeiten.

5. Das Mehl portionsweise zur Schokoladencreme sieben und sorgfältig darunterziehen. Die Backresultate werden erfahrungsgemäß fast immer besser, wenn das Mehl gesiebt wird.

6. Den Teig in die vorbereitete Form geben, glatt streichen und ab in den vorgeheizten Ofen auf der untersten Rille, es möge 50-60 Minuten gebacken werden. Auf dem Kuchen soll sich eine Kruste bilden, die später beim Schneiden leicht bricht; innen soll der Kuchen jedoch noch gut feucht sein. Aus dem Ofen nehmen und in der Form auskühlen lassen.

7. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben. Diverser Schabernack darf damit natürlich getrieben werden – ich habe einen Muttertagskuchen gebacken, also habe ich orthographisch stimulierend das siegener Wort „MUDDR“ hinein phonetisiert.

Wie gesagt: Lecker und sowohl einfach zu merken, als auch zu machen. Ich kann nur jedem den Backversuch ans Herz legen.

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3 Antworten to “Schokoladenkuchen”

  1. Ein Hinweis zur Backtemperatur?

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