Pasta alla Carbonara

Wer vital leben will, muss schon mal Abstriche machen. Es kann nicht immer nur rohe Gurke und geriebener Rettich sein, machmal muss man, auch wenn es einem vielleicht erst einmal eher unangenehm ist, Nudeln in Käse und Speck ertränken. Die Gesundheit geht vor und sie wird es Ihnen danken.

Nudeln nach Köhlerart sind vermutlich nach dem zweiten Weltkrieg aus den Trockenei- und Speckrationen der Besatzungstruppen in Italien entstanden und leider nicht, wie viele romantische Geschichten es uns erzählen wollen. Heute auf jeden Fall gehört die Carbonara zu den Klassikern der italienischen Küche und jeder hat schon mal eine gegessen. Oder er glaubt es zumindest.

Die Carbonara ist nämlich nicht, wie hiesig ansässige Gastronomendarsteller es uns glauben machen wollen, eine Sahne-Sauce, sondern basiert auf Ei und geriebenem Parmesan. Ich gebe einen kleinen Schuss Sahne dazu, aber nur für etwas Bindung und Abrundung. Das macht daraus aber immer noch keine Rahmsauce und das ist mir schon wichtig zu betonen. Denn Pasta alla Panna ist zwar auch lecker, hat aber eben damit nicht viel zu tun. Wenn ich Carbonara bestelle, möchte ich nicht einen Butterkeks-Mojito-Kuchen kriegen, sondern das, wonach mein Geist ursprünglich gierte.

Um jetzt in den Genuss von oben besungenen Gericht zu kommen, gebe man Nudeln in kochendes Salzwasser – es empfiehlt sich eine robuste Pasta, Penne oder Bavette funktionieren zB sehr gut – und brät etwa 100g gewürfelten Speck pro Person an. Idealerweise käme hier natürlich Pancetta zum Einsatz, aber normaler Bauchspeck tut es auch. Carbonara ist ein eher rurales Gericht, da darf es auch mal mit deutschem Speck zugehen. Wenn der ansprechend aussieht, löschen wir die Pfanne mit einem großen Löffel Nudelwasser ab (und, so man denn will, einem Schuss Sahne), lassen das etwas einkochen und ziehen die Pfanne vom Herd. Derweil haben fleißige Händchen etwa 50g Parmesan pro Person gerieben und mit einem Ei pro Person verschlagen. Salz, Pfeffer und gehackte Petersilie stehen bereit. Nudeln abgießen und in die Pfanne geben, Käse-Ei-Masse unterziehen. Ab jetzt nicht mehr erhitzen, sonst stockt uns das Ei und wir haben Rühreinudelpampe. Salz, Pfeffer, Petersilie zugeben und unterziehen. Das Ganze servieren wir der hungerigen Masse und geben idealerweise noch etwas frisch gemahlenen Pfeffer auf die angerichteten Portionen, das Aroma bringt den letzten Kniff.

Guten Appetit – und Ihren Koronargefäßen: Adieu.

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5 Antworten to “Pasta alla Carbonara”

  1. Mjomm, mjomm…würde ich mir nicht gleich eine unheimlich leckere und mit Liebe belegte Pizza bereiten, wäre ich wohl neidisch. Wer sitzt da am Tisch und hat mitgefuttert? Is ja fies…

  2. […] Latium scheint man mit großer Leidenschaft Käse mit Nudeln zu vermischen. Carbonara ist die Variante mit Speck, Parmesan und Ei, in der Hauptstadt Rom im Herzen des Latiums hat […]

  3. Hallo,
    Du meintest
    „Ab jetzt nicht mehr erhitzen, sonst stockt uns das Ei und wir haben Rühreinudelpampe“
    Dies passiert Dir nur wenn Du das Eiweiß ebenfalls mit zu den Nudeln mischst, klassisch wird bei der Carbonara aber nur das Eigelb verwendet, dann kann es Dir auch nicht stocken, einfach mal testen.

    • Herr Grau Says:

      Hi, danke für den Input. Ich hab mal meine italienischen Kochbücher durchgeschaut, insbesondere die über römische Küche und das Latium. In fast allen Rezepten werden ganze Eier verwendet. Ich persönlich bin ein Freund des Eigelbes und hätte prinzipiell überhaupt nichts gegen ein bis zwei Eigelb pro Person – das Problem ist, dass ich nie weiß, wohin mit dem Eiweiß. Da ich es nicht wegwerfen will und das Gericht wunderbar auch mit ganzen Eiern funktioniert, werde ich es vermutlich eher so weiter machen. Ist ja auch nicht schwer, man muss halt nur darauf achten, dass man die Pfanne von der Hitze genommen hat. Der Käse sollte meine ich sowieso auch nicht mehr zu stark erhitzt werden, aber da müsste ich nochmal nachschauen.

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