Kürbissuppe – oder: Eine Lektion in vergebener Mühe

Pünktlich zum Ende der Kürbiszeit barg die Welt noch eine wichtige Lektion für mich:
Suppe sieht immer nicht aus. Gerade wenn man über keine blütenweiße Portionskeramik verfügt und das Foto mehr zwischen den Löffeln entsteht. Da ist der Rand schon mal ein wenig Zeitzeuge von bereits geschehenen Schlachten und denn auch keine Referenz für Jungfräulichkeit und die damit zumindest in früheren Zeiten gerne einhergehende Unbeflecktheit.
Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann ändert daran auch wenig, dass man den Brunnen weiß streicht. Scheiße mit Erdbeeren bleibt Scheiße. Oder Erdbeeren. Perspektivenfrage.

Ich konnte mich natürlich mal wieder nicht zurückhalten, dann doch zu versuchen, das Bild mit meinen ausgeprägten Kenntnissen von .. ähm .. Paint zu verbessern zu suchen. Im Lebenslauf steht, er könne EDV. Also! ruft man in völlig fehlgehendem Enthusiasmus: Heute ein Künstler! Versteht sich, dass ich mir besser ein Brot gemacht hätte. Sei’s drum. Jetzt ist immerhin schon mal erklärt, warum das Foto so gewöhnungsbedürftig aussieht.

Kürbis. Lecker. Sehr gesund obendrein. Man kann von Blidenladung über illuminerbare Außen- und Innenraumdekoration bis zu Nahrung jede Menge daraus herstellen. Wahnsinn. Nachdem in meiner Familie Kürbisse prinzipiell nur als ballistische Wurfgeschosse Verwendung fanden, musste ich mir allerdings gerade die kinetisch weniger energetisierte perorale Aufnahme erst mühseelig aneignen. Mein erster Versuch in diese Richtung stellte eine Kürbissuppe dar, und die war direkt so lecker, dass ich sie mit der Welt teilen will. Auch wenn das schon länger her und – wie bereits gesagt – die Saison wohl bald schon wieder vorbei ist.

Zutaten:
~500g geputztes Kürbisfleisch (Hokkaido ist dafür gut geeignet. Schale vom Hokkaido kann dran bleiben, was ihn besonders zeitschonend in der Zubereitung macht)
2 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
600ml Brühe (vorzugsweise Gemüse oder Geflügel)
125 ml Sahne
50g kalte Butter
Salz und schwarzer Pfeffer
Glatte Petersilie

Zubereitung:
Kürbis abwaschen und in kleine Stücke schneiden.
Zucker leicht ankaramelisieren lassen, Kürbistücke mit ein wenig Butter dazugeben und kurz (~1 min) anschwitzen. Der Zucker sollte dabei nicht zu braun und bitter werden. Tomatenmark dazugeben, ein paar Minuten schmurgeln lassen.
Mit der Brühe ablöschen und 20 Minuten bei niedriger Hitze simmern lassen – das Ganze soll dabei nicht kochen – danach sorgfältig pürieren, Sahne dazu geben und kurz aufkochen.
Suppe vom Feuer ziehen und die kalten Butter in Stücken unterziehen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken, Petersilie hacken und dazu geben.
Das Ganze am besten mit leicht getoastetem Baguettebrot servieren.

Advertisements

2 Antworten to “Kürbissuppe – oder: Eine Lektion in vergebener Mühe”

  1. *mjommmjoom* Ich kann auch die Variante mit Kokosmilch und ordentlich Currypaste empfehlen. Oder Kokos und Ingwer…alles lecker 😮 und als Nachtisch selbstgemachten Apfelstrudel 😀
    Jetzt hab ich Hunger 😦

  2. …oh ja! Kürbissuppe gewinnt ungemein durch die Zugabe von Ingwer.
    Wundert es eigentlich, dass Kürbissuppe schmeckt? Wo do die Zugabe von „gebuttertem Rahm“ eine in der Herstellung nicht wirklich untergeordnete Rolle spielt?
    (Es war mir ein persönliches Anliegen an dieser Stelle noch einmal den allzeit beliebten „gebutterten Rahm“ zu erwähnen.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: