The worst shit since manure – Die McCurrywurst

Ich gestehe: ich habe es getan. Meine Neugierde hat gesiegt. Für einen kurzen Moment hatte ich meinen Körper nicht unter Kontrolle. Ich habe versucht es mir innerlich schönzureden und dennoch, es bleibt eine verabscheuungswürdige Tat. Ich habe die McCurrywurst gegessen. Jetzt bin ich sehr, sehr traurig. Ich bin traurig ob der Tatsache, dass man ein Gericht so missverstehen kann und alles falsch machen kann was nur geht. Es fängt beim Marketing an: Das Werbegesicht ist ein Mann, der durch stottern und das Lächerlichmachen seiner Frau seinen Lebensunterhalt bestreitet. Diese Person versucht mich also zu überzeugen, dass ich ein Gericht, welches als letzte Bastion der Systemgastronomiefreiheit galt, bei einem eben solchen konsumieren möge. Nun ja.

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Dann der Werbespruch: „Kuckste? Kennste? Probierste!“ Von der Vergewaltigung der deutschen Sprache mal abgesehen, so verrät dieser Werbespruch viel über die Hintergedanken der Macher dieser Absurdität. Etwas zu probieren ist ein einmaliger Vorgang. Man kann es per Definition nur ein Mal tun. Danach ist es nicht mehr neu, daher ist es auch nicht mehr möglich es zu probieren. Folglich ist die Intention der Drahtzieher dieses Anschlages auf den Scheitellappen der Großhirnrinde, dass man dieses nur ein mal probieren soll, wohl wissend, dass kein Mensch, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, dieses mehr als ein Mal konsumieren kann (übrigens eine interessante Parallele zu den komödiantischen Ergüssen des Werbeträgers). Das sollte zu denken geben.

Nun zum Produkt an sich. Zuerst einmal möchte ich beschreiben, wie eine vernünftige Currywurst zubereitet werden sollte: Eine qualitative hochwertige Rostbratwurst, die auf einem Kohlegrill zubereitet wurde, wird in 8 bis 10 gleich große Stücke geschnitten, mit warmer, würziger Sauce übergossen und anschließend mit Currypulver bestäubt. Das ganze wird dann direkt serviert. Nun zur traurigen Realität: Das Surrogat einer Rostbratwurst wird frittiert, in roter Pampe ertränkt, für ca. 2-8 Monate unter einer Wärmelampe gelagert, um dann an ein Opfer verklappt zu werden. Dadurch wird ermöglicht, dass die Haut des Würstchens jegliche strukturelle Integrität verliert und eher an eine Weißwurst ohne Pelle als an eine knackige Bratwurst erinnert. Immerhin haben die irren Erfinder daran gedacht, das Currypulver von der renommierten Firma Fuchs einzukaufen und überlassen es dem Kunden dieses aufzutragen. Was besonders irritiert ist der Nachgeschmack, der sich penetrant lange hält. Irgendwie chemisch, weit in den Hals hineinragend, leicht brennend. Auf jeden Fall nicht so, wie man (die Menschheit) es wünscht.

Der nächste Kritikpunkt: der Preis. In Zeiten von schamlosen Fleischproduzenten, die nicht mal davor zurückschrecken, serbische Unpaarhufer als Rindfleisch zu verkaufen, sollte man durchaus bereit sein, für gutes Fleisch einen angemessenen Preis zu bezahlen. Daher halte ich knapp 3,-€  für eine gute Currywurst für angemessen. Für eine gute Currywurst. Allerdings habe ich ja nun ausreichend dargelegt, warum dieses Produkt diese Bezeichnung nun wirklich nicht verdient.

Man möchte meinen damit sei alles gesagt. Aber halt! Es kommt noch schlimer! Dieses Nahrungsmittel ist nämlich nicht einfach nur schlecht. Eine schlechte Mahlzeit kann man mit einem Bier und einem Kaugummi vergessen. Die McCurrywurst ist aber so schlecht, dass es sich anschickt, Menschen physisch zu vernichten. Mein geschätztes, nicht rauchendes Weib war so dermaßen deprimiert, dass sie nach dem Genuss des Fettbolzens eine Zigarette verlangte um die Schmach zu vergessen. Den Rest des Abend verbrachte ich damit, Wärmflaschen für uns zu kochen, da unsere Intestinalflora heftigst ob der Demütigung protestierte. Das muss man erst mal schaffen!

Zusammenfassung: Um es mit einem Zitat aus dem deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest von 2006 zu sagen: NO NO NEVER!

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