Archiv für April, 2013

Pasta agli Lavapiatti

Posted in Studentenfutter on 17. April 2013 by Herr Grau

lavapiatti

Es kommt mir so vor, dass in jedem zweiten Interview mit einem berühmten Koch die Weisheit aus der Hose fällt, dass wir alle doch nur zu den Erinnerungen, hier genauer Geschmäckern unserer Kindheit zurück wollen. Wie alle großen Worte natürlich etwas, das eigentlich offen auf der Hand liegt, uns aber manchmal einfach noch mal gesagt werden musste. Ich habe mal als Kind in einem kleinen italienischen Restaurant durch welch kosmischen Zufall auch immer Nudeln mit einer nur leicht angedickten brauen Hackfleischsauce bekommen. Zwei Dinge zeichnen dieses Erlebnis aus: Es war himmlisch und ich konnte es danach nirgendwo mehr bekommen. Seitdem bin ich auf der ob meiner Idealisierung vermutlich zur Erfolglosigkeit verdammten Suche nach Wiedererleben dieses Geschmacks. Ich bin dem ganzen inzwischen schon einigermaßen nah gekommen über die Jahre. Aus dieser interessanten Reise, von der ich sicherlich an anderer Stelle noch einmal schreiben werde, sind aber auch etliche andere spannende Dinge entstanden. Eines davon ist diese kleine Variante.

Nebenbei eine Idee übrigens, die zeigt, dass wenn es mal schnell und einfach gehen muss, es trotzdem nicht immer Aglio Oglio sein muss. Stellen wir uns den Tellerwäscher in einem italienischen Restaurant vor, nach dem ich in Ermangelung eines richtigen Namens das Gericht benannt habe. Er hat keine Zeit. Etwas nehmen, was vermisst wird, Fleisch, Parmesan? Bestimmt nicht. Was ist machbar?
Ein paar Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln andünsten, eine Kelle aus dem großen Fondtopf – Kalb, Rind, Schwein .. was so da ist – dazu. Etwas Stärke zum Andicken, Salz, Pfeffer. Nudeln und etwas Nudelwasser dazugeben, kurz durchziehen lassen und ein bisschen Schnittlauch oder Petersilie darüber. Zubereitungszeit? So lange, wie die Nudeln brauchen. Kosten? So gut wie nichts. Schmeckt?… Hervoragend!

Advertisements

Appetitanregerchen – Steak Sandwich

Posted in Studentenfutter on 17. April 2013 by Herr Grau

Ohne große Worte, nur um die Säfte in Gang zu bringen:
Gutes Brot, kalte Gutebutter (ein Wort.), rare gebratenes Steak – abgekühlt in dünnste Scheiben geschnitten. Salz. Pfeffer.

steaksandwichDas Bild gibt es in sehr groß und stark schön. Draufklicken.

Bagels & Beans Cheesecake

Posted in Studentenfutter on 16. April 2013 by Herr Grau

kuchen2

Wenn man sich mal die Mühe machen wollte, die Schöpfungsgeschichte richtig zu rücken, würde irgendwo zwischen Tag zwei und dreizweifünftel mein Beitritt bei den anonymen Käsekuchenjunkies stehen. Und so richtig alleine scheine ich auch nicht zu stehen mit meiner Hochwertschätzung des Quarkkuchens – schon der Römer hat wohl sehr ähnlich getan. Warum, das wird recht schnell klar, wenn man das erste mal dezent seinen Kopf in ein intaktes Vollgebäck kinetisiert und alles auf einmal aufisst: Lecker. Sehr stark lecker. Es kann sein, dass man direkt danach eine Schweinshaxe und eine Massage möchte, eventuell aber auch einfach noch. Mehr. Kuchen. Schlecht fühlt man sich auf jeden Fall nicht.

Nu kann ich ja nur rudimentär backen, heißt: Ich stehe in der Evolution der Fähigkeit auf einer Stufe mit dem kasachischen Breitarschaffen. Ich kann Rezepte nachmachen, so denn die Anleitung detailliert genug ist. Selber ein Rezept zu kreieren versuchen wäre für mich in etwa so größenwahnsinnig wie seinerzeit Nero, als er dachte, das Stricken erfinden zu können. Als die niederländische Kaffeehauskette B&B sich also entschied, das Rezept für ihren Cheesecake offenzulegen, ging mir natürlich wild das Herz auf. Und der Götze segne vor allem auch die gute Frau, die diese Tatsache in Form eines fertigen Kuchens in meinen Magen und folgerichtig auch in mein Leben trug. Plötzlich ward auf Familienfeiern der nervös schwitzende Backlegastheniker als Held der hohen Ofenkunst gefeiert – Heureka! Nirvana war noch nie so nah.

Ich hab zwar wirklich gerade genug Ahnung, um in drei von vier Fällen meine Ofentür richtig bedienen zu können, aber technisch gesehen handelt es sich nicht um einen Cheesecake, sondern um einen Käsekuchen, denn er basiert auf Quark statt auf Doppelrahmkäse. Super, total viel mehr gesund, man kann mehr davon essen! Und das tut man dann auch. Außerdem sehr prakisch ist, dass man keinen Boden backen muss, weil dieser einfach und überaus geschmackseffektiv aus Keksen erkrümelt wird.
„Wie komme ich wohl nun an jenes arkane Ambrosiageböck, dessen Ansichtigkeit ihn zu derartig stotternder Brabbelei befleißigt?“ mag sich der Leser fragen. Nunja – natürlich mittels des Rezepts auf der Netzseite von Bagels & Beans. Leider ist das auf Hollandistisch und mit dieser als Sprache getarnten Klangwaffe will ja keiner was zu tun haben. Ergo übersotz ich fleißig und helfe nebenbei noch mit den Zutaten aus, die es dieserlanden nicht zu akquirieren hat:

Wir brauchen…

200 Gramm Butter
300 Gramm Weißer Rohzucker (Im Original: Weißer „Basterdsuiker“ – gibt es hier leider nicht)
1 kg Magerquark
1 Ei
4 Eigelb
90 Gramm Puddingpulver
2 ½ TL Vanillezucker
Saft von ½ Zitrone
1 TL Backpulver
1 Karton (260g) Bastogne-Kekse (Gibt es hier auch nicht. Ersatzweise bewährt hat sich Lotus Karamellgebäck (250g Packung))

Eine Springform einfetten. Kekse zerbröckeln und auf den Boden der Form streuen. Die Butter cremig schlagen und erst Zucker, dann die Eier in getrennter Form und schließlich alle anderen Zutaten nach und nach zugeben und zu einer glatten Creme verarbeiten. Die Creme über den Keksboden geben.

Backen bei 170°C für 40 Minuten im vorgeheizten Backofen. Öfen sind leider sehr unterschiedlich. Man überprüfe daher beim ersten Backversuch den Käsekuchen häufiger und schaue, wann das Ergebnis passt – wenn nötig verlängert man die Backzeit.

Schließlich den Kuchen aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Man sollte die Form mit Celophanfolie abdecken und alles etwas mehr als 2 Stunden im Kühlschrank kalt werden lassen.

Einfach und deliziös. Viel Spaß!