Avocadocreme

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Heute seit langer Zeit mal wieder ein Gastvortrag. Er stammt von dem unseren Lesern wahrscheinlich gänzlich unbekannten Herrn Felix S., der sich mit dem folgenden Akt kulinaristisch wie literatesk selbstzuverwirklichen weiß:

„Die Avocado gehört mit einem Fettanteil von 15 -25 % zu den kulinarisch ernsthaft interessanten „Gemüsesorten“. Das erklärt auch, warum man Freude daraus gewinnen kann, sie zu verspeisen: Der Körper merkt sofort, dass man ihm nicht, wie beispielsweise beim Verzehr einer Gurke, die Kalorienzufuhr bloß vortäuscht. Die Avocado – vom aztekischen Wort für „Hoden“ – hat es in sich. Allerdings bedarf es einiger kleiner Kniffe, um dem Grundpotential dieser Beere (Erdbeeren sind übrigens keine Beeren, Avocados und Bananen hingegen schon – Danke Wikipedia.) ein geschmackliches Erlebnis erwachsen zu lassen.
Um es also in Anlehnung an Herrn Malmsheimer auszudrücken:
Die Avocado ist der Estrich… auf dem die Geilheit geschieht. Avocadocreme.

Man nehme eine reife Avocado. Reife erkennt man daran, dass sie in etwa die Konsistenz der Brust einer jungen Dame hat – prall, aber dennoch angenehm weich, wenn man sie leicht drückt. Diese (also die Avocado) entledige man nun ihrer Haut (also Schale), auch dieses funktioniert erst vernünftig, wenn die Avocado den richtigen Reifegrad erreicht hat. Reife Avocados gibt es inzwischen im gut sortierten Supermarkt, ansonsten muss man die Beere zuhause selber nachreifen lassen. Nach Entfernen der Schale und des Kerns (man beachte dessen… aufregende!… Haptik) nun das Fleisch in eine Schüssel geben. Dazu fügt man ein geschältes, weich gekochtes Ei,
3 – 5 geviertelte Cherrytomaten, 2 fein gehackte Knoblauchzehen und ein paar (!) Tropfen Zitronensaft. Der Zitronensaft verhindert das schnelle Bräunen der Creme, da die Avocado ohne Zusatz dieser Antioxidans zum wilden Oxidieren niege, nög oder neigte. Zuviel davon macht allerdings alles kacke, ein paar Tropfen hingegen runden den Geschmack schön ab. Nun werde alles mit einer Gabel kräftig gematscht. Von der Benutzung eines Pürierstabes würde ich stark abraten, leicht stückig ist das Esserleben der Creme meines Erachtens nach einfach deutlich intensiver. Nun der Knackpunkt. Das Würzen. Natürlich kommen kräftig Pfeffer und Salz zum Einsatz, aber bis jetzt ist das Ganze nur lecker. Zum Erlebnis macht es ein Gewürz aus der spanischen Region La Vera: Pimenton, und zwar die picante Variante. Diese über Steineichenrauch kräftig geräucherten feurigen Paprikaschoten kommen in Pulverform in aromakonservierenden kleinen Blechdosen (à ~ 4€, wohl am ehesten in Feinkostläden zu bekommen) daher. Ein halber Teelöffel pro Avocado sollte wohl schon genügen – das Zeug ist potent – es kann ja noch nachgewürzt werden. Noch 3mal umrühren, ein paar Minütchen durchziehen lassen und zu Baguette, Ciabatta oder wie auch immer geartetem Brotartigen genießen.
Mmmmmmh!“

Das Haus dankt.

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2 Antworten to “Avocadocreme”

  1. […] junge Zwiebeln, knackige Paprika, richtiger Feta, guter Sauerrahm mit Sesam, selbstgemachte Quacamole, Zitrone, BBQ-Sauce, mariniertes Hähnchen und die Hauptattraktion: In Rotwein und Tomate […]

  2. […] aus der westfälischen Umgebung – natürlich schön medium rare -, Rucola, selbstgemachte Guacamole, frisch gemachten Röstzwiebeln und Gruyere. Es fehlte eigentlich nur der Bacon, ansonsten ein […]

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