Cornelius Bräu Opulentus

Nachdem ich zuletzt den vernünftigen kleinen Bruder aus der Cornelius-Bräu-Familie verköstigte, steht heute die grobe Dicke auf dem Plan. Der Name lässt schon Rückschlüsse auf Charakter und Qualität des Bieres zu: „Opulentus“ ist von dem lateinischen ops abgeleitet, was in etwa „Macht, Vermögen“ bedeutet. Unter „opulent“ versteht man im Deutschen laut Duden etwas „sehr reichliches und von vorzüglicher Qualität“. Das wollen wir ja mal sehen.
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Einen inneren Reichsparteitag beschert mir (wie schon das Sanctus) der Öffnungsvorgang des Braubehältnisses. Mit einem kräftigen Entkorkungsgeräusch (onomatopoetisch: *plopp* [prächtig, rund, voll]) lässt sich der Korken seiner Abdichtungsfunktion berauben und dem fertigen Bier einen Erstkontakt mit der frischen Luft angedeihen.
Das Bier riecht zuerst süßlich nach Karamell, nach längerem Nasalkontakt mischt sich eine ledrige Note mit ein.
Der erste Schluck entspricht stark dem Antrunk des Sanctus, es überrascht jedoch, dass der Alkholgehalt von 9,2 Vol.-% nicht stärker durchscheint. Stattdessen machen sich malzige, altbierartige Nuancen breit, die von einer gewissen Süße gefolgt werden, welche gepaart mit einer minimalsten Alkoholnote den Rachen passieren.
Vielleicht werde ich schlagartig alt und meine Geschmacksnerven versagen, oder es macht mir einfach nichts aus, dass ein Bier mit so viel Alkohol dennoch trinkbar ist, oder dieses Bier ist tatsächlich überraschend lecker. Ich hoffe auf eine Mischung aus 2 und 3.
Etwas traurig stimmt das Aussehen des Bieres, nachdem es ein paar Minuten im Glas vor sich hingeatmet hat. Der fragile Schaum zerfällt schnell und hinterlässt nicht viel mehr, als eine bräunlich-dunkle Brühe mit einem Ansatz eines Schaumrandes. Das sieht nicht sehr appetitlich aus und ist insbesondere in der Hinsicht schade, als dass das Bier nicht geschüttet, sondern genossen werden möchte.

Geschmack: 7,5 Punkte.
Das Bier entwickelt seinen Geschmack sehr verzögert, überrascht dann allerdings mit einer überzeugenden Ausgewogenheit, die nur vom zu erahnenden Damoklesschwert in Form der leichten Ahnung des sich versteckenden Alkohols beeinträchtigt wird.

Preis: 3 Punkte.
Auch hier weiß ich nicht, wie teuer das Bier tatsächlich ist, daher richtet sich die Bepunktung nach der des Sanctus.

Flasche: 9 Punkte.
Hier gilt ebenfalls: Alles wie beim Sanctus. Verkorktes Bier ist einfach geil, das Etikett eher weniger.

Fazit: 7,1 Punkte!
Ich würde dieses Bier wahrscheinlich nicht benutzen, um mich damit vorsätzlich zu betrinken, auch wenn das mit annähernd 10% gewiss gut funktionieren würde. Wohl aber empfehle ich das Cornelius Bräu Opulentus jedem Genusstrinker, der weder Zeit noch Muße hat, sich mit der Materie des Weintrinkens zu befassen. Auch Biertrinken kann edel und entschleunigt sein.

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2 Antworten to “Cornelius Bräu Opulentus”

  1. Aber leider aus dem falschen Glas. Das Trappistenglas ist bei diesem Bier Pflicht. Ansonsten stimme ich zu und würde die Noten bestätigen bzw. noch besser bewerten.

  2. Völlig richtig, das Glas ist nicht das richtige. Bin mit Biergläsern momentan noch eher rudimentär ausgestattet, aber das dürfte sich bald ändern…

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