GEZ 2.0

Stellt Euch mal vor, die GEZ würde Euch gar nicht mehr besuchen. Sondern gesetzlich zwingen, jedes Jahr ein eidesstattliches Manifest über den Umfang eines jeden Eurer Multimediaparks zu verfassen – und dieses mit einem Einkommensnachweis zur Abschätzung der individuellen Schöpfbarkeit zu flankieren. Du Tor, werdet Ihr sagen, weißt Er denn nicht, dass die Mediengebühr kömmt?!

Die Damen und Herren Gebühreneintreiber sind dermaßen beseelt von Menschenwürde und mitmenschlichem Respekt, dass sie diese nunmehr zur Einheitsbasissteuer umfunktionierte Propagangaabgabe in all ihrer bürokratischen, demütigenden Tiefe im Dunkeln verborgen von unseren Augen aushecken werden. Die bisherige Schuldvermutung wird durch ein Generalschuldfaktum ersetzt. Der Wegelagerei soll schliesslich ein Ende gemacht werden. Deswegen muss nun folgerichtig dem Wegelagerer die Beute frei Haus zugestellt werden. Sicherlich beschleicht den ein oder anderen Demokratierneuling noch hier und da ein leichtes Unwohlsein, vielleicht auch eine gewisse Beklemmung im Randgebiet des allgemeinen Menschenverstandes – wir aber wissen längst, dass die fehlende logische Nachvollziehbarkeit, die „Sinnwidrigkeit“, der zu an ihrer Entstehung nötige, mutmaßlich abzuschätzende Drogenkonsum politischer Entscheidungen ein treffliches Gütesiegel eben jener Vorgänge ist und auf diese Weise den Glanz unserer jungen Demokratie nur mehren kann. Daher halten wir hübsch still, lächeln wohlwissend und schauen lieber über die Alpen (ein Blick mit Tradition!) und mockieren uns über den polygamen Rentner.

Nun ist die GEZ in Sachen modernen Raubgeschäfts entgegen allem Aberglauben nicht das sprichwörtliche letzte Wort. In der Überwindung hinderlicher Humantität ist ihr nicht nur aus semantischen Gründen das Arbeitsmodell „Ärztekammer“ weit vorraus: Ein elitärer Zirkel akademisch zweifelhafter Retortenheiler, die nach dem Setzen von 320 glücklich platzierter Grabeskreuze der Bleistärke HB sowohl zwangs- wie lebenslang zum Dienst am Scheckheft eingezogen werden. Nun darf man seinem Medizinmann zwar in Sachen Geschlechtskrankheiten, Sterbehilfe und rektaler Vorsorgeuntersuchungen blind vertrauen, so ziehmt es sich dennoch bei der Tributentrichtung, das Hinterteil flugs wieder zu und die Augen auf zu machen. Dies weiß natürlich auch die Kittelinnung und fordert leichter Hand einen Einkommensnachweis, am besten fiskaler Zeichnung.

Dies ist natürlich nötig, denn auch die Führung jeder Menschenmasse größer 2 braucht gewaltigere bis gewaltätigere Mittel, auch finanzielle, je dicker es um die Sparstrümpfe der zu Führenden bestellt ist – allein des Gewichtes wegen. Als Bauer hört man ja auch nich nach dem halben Feld auf, nur weil man jetzt genug Korn für Brot und Gärgetränk beisammen hat. Man kann damit schließlich auch noch ganz formidabel Flöße basteln, gedankenversunken auf Halmen kauen und es in Ballenform feierlich verbrennen. Die weißbemantelten Führer geben sich mit Diäten, schönen Bauten und einem periodischen Briefkastenstopfer mit Kinderbuchdesign (und Inhalt) zufrieden. Gott sei Dank in der Höhe. (Aus der Kirche kann man übrigens austreten)

Nun was tun? Als guter Christ hält man den anderen Geldbeutel hin. Aber im nächsten Jahr kommter doch wieder, der Lump. In größter Not wendet man sich als Deutscher immer an Leitfiguren. Da es jedoch derzeit keine gibt (Peter Griffin ausgenommen), nimmt man eben eine, die keine ist. Einen Gaukler. Schauspieler. Der da spricht: „Wenn Dir einer doof kommt, musste dem noch döfer kommen.“

Gesagt getan. Ich gründe hiermit die Pfosteninnung. Zwangsmitglied ist jeder, der nicht schlau genug war, vor der Geburt die Kurve zu kratzen. Beitragssatz sind einheitlich 10 Mark, die jeweils am 1. eines jeden Jahres zur Erinnerung an die Gründung des Deutschen Wegelagertums 1973 verpflichtend im nächstgelegenden Scheisshaus mittels Spülung zu entrichten sind.

„Die Aufforderung […] als solche ist nicht angreifbar.“ (Zitat aus dem Bescheid der ÄKWL)

Wednesday, February 16, 2011

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