Archiv für September, 2016

Erdbeer-Tiramisú

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 28. September 2016 by Herr Grau

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Ouhhhh, jetzt wird es gut. Die beste Sache, die ich seit ganz langer Zeit gegessen habe: Erdbeertiramisú. Ich bin erstaunt, dass die gute Julia von Naschen mit der Erdbeerqueen dieses Wahnsinnsdessert in Anbetracht ihrer leichten Obsession mit allem erdbeerigem noch nicht nachgebaut hat. Und ja, ich weiß nur zu gut, dass ich in meinem ursprünglichen Artikel zu Tiramisú die Verwendung von Frucht kategorisch unter Strafe stellen wollte. Ich würde hier eine vorsichtige Ausnahme anstelle eines Freibriefes vorschlagen – die meisten „kreativen Varianten“ waren bis dato immer noch furchtbar.

Ich mache Tiramisú wie folgt: Zwei Eier trennen, das Gelb mit ca 50g Puderzucker cremig hell schlagen und 250g Mascarpone, Abrieb einer Zitrone und ein bisschen Vanille einrühren. Das Weiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Etwa ein Viertel des Eischnees einrühren, den Rest vorsichtig unterheben. Eine Tasse starken Espresso kochen und mit ca 50% Marsala auffüllen. Je nach Größe zwölf bis zwanzig Erdbeeren halbieren und in Zartbitterkuvertüre glasieren. Italienische Biscuits in eine kleine Form schichten und zurückhaltend (!) mit dem Kaffee tränken, ca 1/2 bis 1EL pro Biscuit. Dann Erdbeeren und schließlich Creme darauf verteilen und eine zweite Schicht in der selben Reihenfolge darauf bauen. Abgedeckt mindestens drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Servieren leicht mit Kakao bestäuben. Ich habe in meiner Dekadenz Balsamico dazu getan. Ist klar.
Großes Tennis. Das gibt es direkt nochmal. Und nochmal. Und dann vielleicht nochmal…

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Chili con Carne, nicht original

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 5. September 2016 by Herr Grau

Es gibt ein paar Dinge, von denen jeder Mann sein eigen braucht:
Seine Biermarke. Seine Art, mit Dränglern auf der A1 umzugehen. Und, ganz entscheidend, sein eigenes Rezept für Chili con Carne.
Chili ist wie Pizza ist wie Sex: Wenn es gut ist, ist es wirklich gut. Und selbst wenn es schlecht ist, ist es noch ziemlich gut. Der Deutsche panscht gerne einfach Tomaten, Hackfleisch und Bohnen zusammen und gibt sich damit zufrieden – und auch ich habe im zeitlichen Verzug für die ein oder andere Party nach diesem Rezept schon recht zufriedenstellende Massenversorgung hergestellt. Wenn man es aber richtig lecker haben will, muss man etwas mehr Aufwand treiben.

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Original wäre mit ohne Bohnen. Und auch nicht mit Hackfleisch, sondern mit ganzen Fleischstücken. Ich habe ohne Bohnen probiert und beschlossen, dass ich es mit tatsächlich lieber mag. Also nicht original. Bei dem Rest wird dafür mit Liebe gemacht. Insbesondere heißt das, dass in dem Chili wirklich hauptsächlich Chilis sind. Dass da eine inhaltliche Verbindung besteht, wird häufig gerne übersehen. Ich habe mit einer Mischung aus Schweinehack und Stücken vom günstigsten Rinderbraten gearbeitet, ich mache es aber mal mit Hack, mal ohne.

1kg Rinderbraten würfeln und portionsweise anbraten, fertiges Fleisch in einen großen Topf geben. 500g Schweinehack mit S+P und Pimenton würzen, anbraten, in den Topf. 300g Speck würfeln, anbraten, in den Topf. Drei Paprika, drei rote Jalapenos, zwei große Beutel Bratpaprika und zwei Chipotles (Alternativ: Pulver) und einen TL Pimenton anbraten und zu dem Fleisch geben. Zwei bis drei große Zwiebeln in Streifen schneiden und anschwitzen, danach zum Fleisch. Ich habe eine kleine Dose stückige Tomaten zugegeben und soviel Wasser, bis das Fleisch abgedeckt ist. Zwei Lorbeerblätter und ein gestrichener EL Kakaopulver kommen dazu, dann wird das ganze mindestens drei Stunden geköchelt. Jetzt kommt der Overdrive: 1kg Markknochenstücke mit Tomatenmark einreiben und bei 200° Ober/Unter rösten bis ordentlich braun. In einem Topf mit kaltem Wasser abdecken und ebenfalls mindestens drei Stunden köcheln, dabei gelegentlich den Müll von der Oberfläche fischen. Schließlich wird das Ganze ordentlich heruntergekocht, bis ein dicker, brauner Fond entstanden ist. Der wird dann zu unserem Chili gegeben, zusammen mit zwei Dosen roten und zwei Dosen weißen Bohnen. Salz und Pfeffer, Oregano und Koriander. Serviert am liebsten mit etwas Brot oder Fladenbrot, Sauerrahm und geschnittenen Frühlingszwiebeln.

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