Archive for the Studentenfutter Category

Steinbutt in Salzkruste

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 27. August 2017 by Herr Grau

Dinge in Salzkruste zu backen ist keine Raketengastronomie – weder schwierig noch neu. Dennoch ist es für viele eine obskure Technik, die in ihrem Alltag nicht existiert. Mir ging es genauso: Ich wollte es schon lange ausprobiert haben, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Jetzt habe ich endlich mal geschafft – und ab jetzt werde ich das deutlich häufiger tun.

Wie beim Backen in Ton oder Pastateig auch geht es darum, mit minimalem Einsatz einen dampfdichten Ofen zu schaffen, sodass das Backgut maximal saftig bleibt. 10kg Salz kosten in der Metro ca 5€ .. Das ist vertretbar. Man kann das Salz entweder einfach mit Wasser vermischen oder aufgeschlagenes Eiweiß benutzen. Letzteres hat den Vorteil, dass es leichter nach dem Backen aufbricht. So oder so muss man lediglich zusehen, dass die Salzkruste ordentlich dicht ist. Im Prinzip ist das schon alles, was man wissen muss. Backzeiten für alle nur erdenklichen Speisen kennt das Internet.

Der 2,6kg Steinbutt, der mir in der metro über den Weg gelaufen war, wurde getrimmt, ausgiebig gewaschen und in ca 5kg billigstes Metrosalz verpackt bei 220°C 45 Minuten lang gegart. Derweil für den Salat eine einfache Vinaigrette gemacht (Champagneressig, Honig, Olivenöl, Thymian, Estragon, Pimenton, S+P), kurz gekochte junge Kartoffeln in Rosmarinbutter gebraten und zum Schluss eine Zitronen-Hollandaise gemacht .. Hier habe ich einen neuen Ansatz ausprobiert, und das sehr erfolgreich: Eigelb und Basis (in meinem Fall Saft zweier kleiner Zitronen) in einem Topf mit gewürfelter, angefrosteter Butter auf hohe Hitze stellen und kräftig schlagen. Nach kürzester Zeit hat man Hollandaise .. Wahnsinn. S+P, etwas Zucker und Cayenne verstehen sich.

Wir brauchten etwas Zeit, um den Fisch zu filletieren – länger, als die zwei Minuten, die die Zubereitung insgesamt gedauert hat. Man sollte das Fleisch auf Vorrat während des Essens irgendwie warm halten, als wir die letzten Stücke genommen haben, war es schon recht kühl. Dafür war der Butt aber sonst absolut fantastisch, unglaublich saftig und aromatisch. Insbesondere das gelierte Fleisch an den Flossen ist großes Tanztheater.

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Pizza aus dem Effeuno P134H – Eine Bildergalerie

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 24. Mai 2017 by Herr Grau

Ich habe schon ziemlich viele Worte zu Pizza verloren, vielleicht zu viele. Daher will ich mich kurz fassen. Eine gute Pizza hat einen guten Teig, wenige gute Zutaten und nicht zu viel Geschwätz drum rum, wie Mark Twain einmal nie gesagt hat.

Ich habe mir für meine neue Wohnung einen Effeuno P134H erstanden und mit einem Palepizza Biscotto ausgerüstet (nur falls die Links wieder geändert werden: 39,5 x 35 x 3 cm). Der neue Ofen ist deutlich platzsparender als mein alter Gastroofen und er ist auch zu höheren Temperaturen in der Lage. Der Ofen schafft 450°, mit kleiner Modifikation sogar 500°C, ist also geeignet, neapolitanische Pizza zu backen. Dafür braucht es allerdings einen anderen als den mitgelieferten Stein, weil dieser schlicht zu viel Hitze  überträgt. Mit dem mitgelieferten Stein ist bis ca 350°, mit Schamott (Schuba ist erprobt und lebensmittelecht) etwa 420° und mit einem Terrakottastein bis über 500° zu backen, darüber wird der Boden schneller schwarz als man „Berlusconi Babedebupi“ sagen kann. Und wer will das schon.

Die Teigzubereitung bleibt ein ewiger Quell von Herausforderungen. Zwar ist es für mich inzwischen einfach sowohl geknetete als auch No-knead-Teige zu häkeln, die ausgezeichnet schmecken, eine Pizza nach dem Bild im eigenen Kopf zu konstruieren und Ergebnisse zuverlässig zu reproduzieren bleibt aber eine spannende Aufgabe.

No Knead nach oben verlinktem Arbeitsalgorithmus, kurze Teigführungen wurden recht kurz geknetet – eher unterknetet -, bis sie seidig waren, Windowpaning wurde dabei nie erreicht. Kurze Teigführungen erhielten diastatisches Gerstenmalz zur Verbesserung von Bräunung und Geschmack.

50% 405er Weizen & 50% 630er Dinkel (Horbacher Mühle), 70% Hydratation, ca 3% Salz, 0,15% Trockenhefe. 20h Stockgare + 1,5h Stückgare @RT. Teigling: 240g. 450° oben, 100° unten. Erste Pizza, vergessen zu drehen.

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Neapolitanischer Stil. 05er (Horbacher Mühle), ca 65% Hydratation, 3% Salz, 0,15 % IDY. 24h@RT, 3,5h Stückgare @ RT. No Knead Teigführung. 450°C O/U.
Neapolitanischer Stil. Einmal Margherita (zu spät gedreht), einmal Knoblauchöl und Mozz.

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82,5% Freißinger Pizza, 12,5% Horbacher 405er, 5% Semola, 66% Hydratation + 2,5% Olivenöl, 1% Zucker, 3% Salz, 0,015% IDY
No Knead, Bulk 24h@RT, 2-3h Stückgare. 400° oben/unten.

Neapolitanischer Stil. Prosciutto cotto, Salami, Pesto, Venusmuscheln und natürlich einige Margherita. Die Muscheln und das Pesto haben zu intensiv geschmeckt, hier werde ich noch dran arbeiten müssen.

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60% Freißinger 00, 35% Horbacher 405er, 5% Semolina, 60% Hydratation + 4-5 % Olivenöl, 3% Salz, 0,15% IDY,  nur wenige Minuten von Hand geknetet. Ca 2h Gare. Roman thin crust Stil, 50g Büffelmozzarella, 50g trockener Mozzarella und eine Handvoll geriebener Sovrano di Bufala. 230g Teigling. Gebacken bei 380° O/U, Oberhitze zum Backen voll aufgedreht.

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65% 00, 30% Dinkel 630, 5% Durum-Mehl, 60% Hydratation, 3% Olivenöl, 3% Salz, 1% Zucker, 0,4% IDY. Kurz von Hand geknetet, Teiglinge geformt und 4-5h gehen gelassen. NY Elite Stil Margherita und halb Prosciutto cotto, halb Salami.

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55% 00 Freißinger, 37,5% Dinkel 630, 7,5% Durum, 3% Salz, 0,4% IDY, 2% DMP, 1% Zucker, 3% Olivenöl, 58% Hydratation. Kurzes Kneten von Hand, 3h Stückgare. Gebacken bei 325° O/U. New York Elite Stil Margherita.

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55% 00 Freißinger, 37,5% Dinkel 630, 7,5% Durum, 3% Salz, 0,4% IDY, 2% DMP, 1% Zucker, 3% Olivenöl, 58% Hydratation. Kurzes Kneten von Hand, 3h Stückgare. Gebacken bei 325° O/U Pizza Dellavecchia im NY Elite Stil mit Büffelmozzarella, Taleggio, Olivenöl und Frühlingszwiebeln.

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Nashville Hot Chicken

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 11. April 2017 by Herr Grau

Ich habe ein Problem. Etwa zweimal im Jahr packt mich der unstillbare Hunger auf Hot Wings und dann finde ich mich zu meiner eigenen Irritation über einem großen Eimer Frittiergeflügel bei KFC sitzen und solange Panadeteilchen in mich hinein dreschen, bis das seltsame Gelüst vollständig durch Selbstekel ersetzt ist. Es ist nicht schön, aber es muss sein. Die Herstellung einer adäquaten Substituationstherapie im Schutz meiner eigenen vier Wände war ein regelmäßig kläglich scheiterndes Unterfangen. Wer sich schon mal mit Fried Chicken beschäftigt hat, weiß, dass es deutlich einfachere Dinge gibt. Kreise quadrieren. Fagott lernen. Aus Haushaltsgegenständen eine Neutronenbombe bauen. Solche Sachen.

Durch Sean Brocks fantastisches Buch „Heritage“ habe ich mich in letzter Zeit viel mit Southern Cooking befasst – und ich stolperte auch wieder über meinen alten Erzfeind, die Hochveredelung von Hühnerteilen im heißen Fett. Der Eifer packte mich wieder. Mit ausreichend Übermut bewaffnet – und diesmal auch unter Kenntnis etlicher guter Quellen für Rezepte – ging es ans Werk. Normales Huhn reicht nicht aus; mein Hunger ist nach Hot Wings, und nicht weniger als Nashville Hot Chicken versprach, mein garstiges Suchten zu stillen.

Nashville Hot Chicken, für den Uneingeweihten, ist ein perfekt frittiertes Hühnchenteil, dessen Zubereitung auf „…und dann übergießen wir es mit einer Mischung aus Butter, Schmalz, Zucker und einer Tonne Cayenne-Pfeffer“ endet. Wem das wie genau die Sünde gegen Gott erscheint, die es ist, der möge sich jetzt vorsichtig rückwärts wieder aus der Tür bewegen. Aber liebe Freunde, glaub mir: Diese Sünde ist den kleinen Abstieg in den Keller der Schöpfung wert.

Bevor wir denn aber überhaupt mit rudernden Armen das Essen nachfetten können, muss erst einmal Kriterium No. 1 erfüllt werden, namentlich Hühnchenteil, perfekt frittiert, das. Hierfür brauchen wir an erster Stelle: Huhn. Puristen nehmen das komplette Tier auseinander – ich machte weniger Aufhebens und kaufe einfach Oberschenkel-Keulen, westfälisch: Bollen. Ich mag das Format, ich finde das Verhältnis von Oberfläche zu Haut sinnvoll und nur eine Variante zuzubereiten, hat den großen Vorteil, dass alles gleich schnell gart. Pro Person braucht man drei bis sechs Keulen, je nach Mächtigkeit des Appetits. Die Stücke werden mit ca 1 TL Salz pro 6 Keulen vermischt und über Nacht in den Kühlschrank gepackt .. ehrlicherweise ist dieser Schritt aber optional und ich habe darauf verzichtet. Der Hunger war schließlich jetzt. Für die Marinade mischen wir 300 ml Buttermilch, 1 Ei, 75 ml Gurkenwasser und 2 TL Hot Sauce (Louisiana-style, also zB Tabasco). Darin werden die Fleischstücke 2 bis 4 Stunden im Kühlschrank mariniert. 2 Tassen Mehl (405er) mit 4 TL Salz vermischen, die Hühnerteile abtropfen, in Mehl wenden, noch einmal in Buttermilch tunken und erneut in Mehl wenden. Der große Trick ist übrigens, das Mehl in eine Papptüte zu tun und zu schütteln – das kürzt das Geschäft des Mehlierens drastisch ab und man kann danach alles en bloc gen Müllberg schleudern. Der nächste Schritt ist ausgesprochen wichtig für das Ergebnis: Auf einem Rost – von unten soll Luft daran kommen können – mindestens eine halbe Stunde stehen lassen. Eher länger.

In der Zwischenzeit mischen wir pro sechs Stücken einen großen EL Schmalz mit einem großen EL Butter, 1 ordentlicher EL Honig oder Ahornsirup, 2 -3 EL Cayenne Pfeffer, 1/2 TL Knoblauch- und Zwiebelgranulat, 1/2 TL schwarzem Pfeffer und Salz und 1 TL Pimenton. Das ganze wird nur kurz erhitzt. Nach mindestens einer halben Stunde Wartezeit werden die Stücke in 175°C heißem Öl für etwa 8 Minuten ausgebacken. Dafür bietet sich eine hohe Pfanne an, die wir mit ausreichend Öl füllen, ich schätze ca 4 cm hoch. Ein weiterer wichtiger Schritt ist, die Stücke zweimal zu drehen; dadurch ergibt sich ein Doppelfrittiereffekt, heißt: Die Kruste wird noch krosser und luftiger. Stücke abtropfen und auf einem Rost ablegen. Sobald die Kruste nicht mehr glänzt, gießen wir vorsichtig etwas von unserer Schmalzbutter darüber, wenden und begießen auch die andere Seite. Mir wird glaubhaft versichert, dass das Frittiertier in Nashville in einen Kübel mit dem Zeug getunkt wird und ich zweifele keine Sekunde daran. Das ist sicherlich, was Jesus tun würde, wäre er Amerikaner und in einem Trailer Park geboren. Für die häusliche Anwendung ist dieses System nicht sinnvoll, glaube ich. Man bräuchte exorbitant große Mengen des Glaze, um schön tunken zu können. Wenn man einmal mit sowas anfängt, hat man, ehe man sich’s versieht, ein Hühnchenfrittierrestaurant.

Serviert wird das ganze mit geschnittenen Dillgürkchen und billigem, weißem Brot. Ich brauchte auch Coleslaw dazu. Der Vorgang des Essens ist dann kein schöner Anblick: Saft spritzt, Panadenteile fliegen, Schweiß rinnt das Gesicht herunter. Die Hände sind bis über das Handgelenk voller Fett. Mit pappigem Brot wird gierig auch der letzte Tropfen salzigsüße Schmalzbutter aufgenommen und mit einem Vigor verspiesen, als wäre es das letzte Stück Essen auf der Welt. Nicht zuletzt sieht die Küche aus wie ein Testiment zu der Wirksamkeit von Bombenkrieg. Aber! Es lohnt sich. Oh, wie es sich lohnt. Saftigeres, knusprigeres Hühnchenfleisch haben diese Lippen noch nicht gekannt. Nobler kann ein Huhn nicht werden. Und mich – mich sieht Colonel Sanders nie mehr wieder.

Wir klöppeln uns ein Mantra

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 10. März 2017 by Herr Grau

Ich wiege diesen Gedanken in den letzten Tagen viel hin und her:
Ja, ich verschwende Nächte damit, die beste Nudel oder den frischesten Trüffel direkt aus Italien zu finden. Ich habe genaue Vorstellungen davon, wie der Schinken geschnitten, die Tagliatelle gekocht, das Bier gekühlt sein sollte. Ich bin mir trotzdem nicht zu fein für Nudeln mit Brunchsoße oder eine große Tüte ja!-Chips. Mit einer großen Flasche ja!-Korn. Und ich fahre lieber ein bescheidenes, gebrauchtes Auto und serviere dafür meinen Freunden die besten Nudeln mit den frischesten Trüffeln und dem leckersten Wein, den ich finden kann. Zeit für hyperbole Kodifizierung.

Iss alles, was dir angeboten wird, und versuche, den Genuss darin zu finden. Schaffe dir gleichzeitig eine klare Meinung davon, was Du magst und willst – und vor allem warum. Nicht, um zu zeigen was für einen ausgesuchten Geschmack Du hast, sondern um dir deiner Bedürfnisse, deines Verhaltens und deiner Prioritäten bewusst zu werden. Biete deinen Gästen das, was Du selbst am liebsten essen und trinken würdest. Geld, das Du für das Wohl von Freunden und Familie ausgiebst, ist nirgendwo besser angelegt.

Ich sollte ein Selbsthilfebuch schreiben:
„99 bahnbrechende Tipps für mäßgen Erfolg und gelegentlichen Vollsuff – oder: wie ich Kartoffeln kaufen fuhr und mich mit einem Eisenwarengroßhandel in Oer-Erkenschwick wiederfand“…

German Heaven: Kaiserschmarrn mit Blaubeersauce

Posted in German Heaven, smile and look alive, Studentenfutter on 31. Januar 2017 by Herr Grau

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Ich hatte letztens einen unstillbaren Bock auf süße Eierdesserts. In dem selben Anfall, in dem auch die Sourdough Pancakes entstanden sind, habe ich mich an einen der größten deutschen Dessertklassiker gemacht und eine riesige Pfanne Kaiserschmarrn gemacht. Ich weiß nicht, wovor die Leute immer Angst haben –  ich hab keinen Tropfen bayrisches Blut in mir und hatte noch nie Probleme, dieses Gericht fluffig und saftig und großartig hinzukriegen. Alles kein Hexenwerk. Dazu gab es eine Sauce aus Blaubeerwein, den ich mit Rum und Marsala sowie ein bisschen selbstgemachtem Vanillerohzucker einreduziert und dann mit kalter Butter montiert habe. Kleinste Prise Salz nicht vergessen.

Ofen auf 200°C Oberhitze vorheizen. 4 Eigelb und 50g Vanillezucker schlagen bis hellgelb und cremig. 375ml Milch und dann nach und nach 125g Mehl unterrühren. Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen und unter den Teig heben. In einer ofenfesten Pfanne ca 40-50g Butter erhitzen, Teig einfüllen und bei mittelniedriger Hitze braten, bis die Unterseite leicht gebräunt ist, dann für 5 – 8 Minuten in den Ofen. Mit Spateln zerreißen. Anrichten und mit Puderzucker bestreuen. Kein bisschen gesund und kein bisschen aus meinem Leben wegzudenken.

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Risotto. Den italienischen Reis rühren.

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 4. Januar 2017 by Herr Grau

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Kürzlich war wieder einer dieser Tage, wo nichts im Haus war. Die zwei Sachen, aus denen ich ursprünglich was kochen wollte, waren irgendwie innerhalb kürzester Zeit schlecht geworden. Also musste eine Alternative her. In meiner Schublade stolperte ich über eine Tüte Carnaroli-Reis, was der Mercedes unter den Risotto-Reissorten sein soll. Risotto? Hatte ich ewig nicht.

Es fand sich noch ein Scheibchen Guanciale, der gewürfelt und angebraten wurde. Hitze auf mittel runter drehen und eine gewürfelte Zwiebel anschwitzen. P.P. 75g Reis dazu geben und etwas anbraten, bis der Reis glasig glänzt. Das ist wichtig, ansonsten ist es Essig mit der schönen Al-Dentigkeit. Dann das Risotto-Ritual durchführen: Immer wieder kleine Mengen Brühe (und optional Weißwein) zugeben und ca 15 – 20 Minuten bei mittlerer Hitze mit einem Holzlöffel oder Silikonspatel rühren, bis das Risotto cremig und fantastisch ist. In etwas heißer Brühe ein paar Fäden Safran auflösen und zugeben. Eine Handvoll geriebenen Parmesan (ich habe Pecorino Romano genommen) unterziehen, mit Pfeffer und frischen Kräutern, in meinem Fall Basilikum und Oregano, abschmecken. Ausgezeichnet! Und weil’s so schön war, gab es nur wenig später einen großen Topf Morchelrisotto… Genauso vorgegangen wie oben, nur war der Speck Lardo und ich habe getrocknete Morcheln rehydriert, den Pilztee abgefiltert und die Morcheln unter klarem Wasser sauber gespült.  Dann einfach beides eingearbeitet. Das war auch durchaus in Ordnung…

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Das Risotto sollte übrigens nicht mit einem Ring aufzurichten sein, wie man es in Restaurants fälschlicherweise häufig sieht. Es sollte zäh schlotzig auseinander schlorzen. Ja, das sind Wörter. Nein, ich .. ich muss jetzt auch weg.

Vanillepudding selbstgemacht

Posted in German Heaven, smile and look alive, Studentenfutter on 30. Dezember 2016 by Herr Grau

Es gab endlich mal wieder richtig schön Vanillepudding (hier auch bekannt als Fanillpuddink). Selbst gekochter Pudding ist – die Generation Tütengericht gucke und staune – todeinfach und richtig herrlich. Dafür 500ml Milch mit dem Mark einer Vanilleschote aufkochen (die eine Schote reicht noch für deutlich mehr; danach nicht wegwerfen, sondern Vanilleschoten immer schön in ein bedeckeltes Gefäß mit Zucker tun, um große Mengen leckeren Vanillezucker zu erzeugen). Zwei Eigelb mit 1 EL Vanillezucker, 1 EL Rohzucker und 5 TL Stärke verrühren. Wenn man jetzt langsam einiges von der Milch zugibt und das glattrührt, bevor man die Mischung zur Milch gibt und aufkocht, wird der Pudding glatt. Wenn man einfach alles in die Milch wirft und unter Rühren aufkocht gibt es Klümpchen. Ich wollte ganz offensichtlich Klümpchen…
Klarsichtfolie direkt nach dem Kochen auf den Pudding vermeidet die Haut.

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Hühnersuppe nach Art eines Ahnungslosen

Posted in German Heaven, smile and look alive, Studentenfutter on 24. Dezember 2016 by Herr Grau

Was tun, wenn einen die Seuche packt und schüttelt? Es gibt landauf landab nur eine richtige Antwort: Hühnersuppe.

Einige meiner Kollegen und mich hatte es richtig erwischt. Reflexartig habe ich angefangen Hühnersuppe zu kochen und erst später festgestellt, dass ich gar keine Ahnung hatte, was ich da tat. Ich hab nämlich tatsächlich vorher noch nie eine triviale, stinknormale Hühnersuppe gekocht. Naja, kennste eine, kennste alle .. dachte ich mir und machte einfach mal.

Zwei halbierte Gemüsezwiebeln und eine Handvoll gewürfelten Speck in Butter anbraten, bis die Schnittseite der Zwiebeln dunkel geröstet ist. Der Speck sollte nicht kross sein. Ein Suppenhuhn waschen und dazu in den Topf geben. Mit Wasser bedecken und zwei Stunden kochen. Nach einer Stunde zwei Karotten, eine dicke Scheibe Sellerie, eine Stange Lauch in Scheiben, zwei Blätter Lorbeer und einen ganzen Bund Petersilie dazu geben. Gemüse rausnehmen und würfeln. Fleisch vom Huhn schneiden und in Stücke hacken. Suppe mit Liebstöckel und etwas Bohnenkraut, Pimenton, Salz und Pfeffer würzen. Ein Glas dicke Bockwürste in Scheiben, Fleisch und Gemüse und ca 300g Suppennudeln dazu geben und kochen, bis die Nudeln gar sind. Ich hatte in meinem Fieberwahn keine gekauft, also habe ich einen Haufen Gemelli zerbrochen. Mindestens zwei Eigelb unter die heiße Suppe ziehen. Jeden Tag mehrfach einfahren, bis die Gesundheit wieder hergestellt ist. An kranke Kollegen verteilen, bis auch die wieder unter den Lebenden sind.

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Schmandtaler

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 19. Dezember 2016 by Herr Grau

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Kurz vor Weihnachten will ich noch schnell ein Süßgebäck-Rezept mit Euch, oh meiner treuen Leserschaft, teilen, das es in sich hat. Die Herzkranzgefäße können schon mal in Deckung gehen, der lokale Zuckerproduzent bestellt am besten schon mal den nächsten Rolls Royce. Diese Dinger lassen mit ihrem Suchtpotential Crack wie Maoam aussehen. Dabei sind sie selbst für einen Backlegastheniker wie mich einfach gemacht.

Backofen auf 200° O/U vorheizen. Zwei Eier mit 400g Zucker und 2 Paketeten Vanillezucker schaumig schlagen. Zwei Becher Schmand einrühren, dann 360g Mehl und ein Paket Backpulver einschlagen. Masse auf einem Backblech verteilen und ~20 Minuten backen, bis hellgolden.

250g Butter schmelzen, eine Dose gezuckerte Kondensmilch und ein Paket Vanillezucker verquirlen. Teig in ca 6cm große Taler ausstechen und restlichen Teig zu Krümeln zerhäckseln. Taler erst in der Kondensmilchbutter und dann in Teigkrümeln wenden. Eine Nacht ziehen lassen.

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Cà phê sữa đá – vietnamesischer Eiskaffee

Posted in smile and look alive, Studentenfutter on 15. Dezember 2016 by Herr Grau

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Kleiner Exkurs nach Südostasien, um genau zu sein Vietnam. Cà phê sữa đá, Kaffee mit Eis und gesüßter Kondensmilch, hat mich vom ersten Probieren an begeistert. Jedes Mal beim Besuch im lokalen vietnamesischen Restaurant musste ich einen bestellen, mit teils katastrophalen Konsequenzen für meinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Filter gibt es in jedem Asiamarkt, gesüßte Kondensmilch überall, lediglich den Kaffee muss man bestellen (zu beziehen über Yellow Star Coffee).

Der einzige passende Kaffee, den ich finden konnte, ist Trung Nguyen. Das ist aber nicht unbedingt schlecht, die Firma bietet nämlich wohl exquisiten Kaffee an. Man braucht auch gar nicht erst versuchen, den Kaffee zu ersetzen, vietnamesischer Kaffee hat ein schockierend anderes Aroma als die mir sonst bekannten Bohnen: Intensiv nach Nuss, Nougat und Schokolade. Bereits die günstigste Variante im Programm, die No. 1, eine s.g. Culi Robusta, ist betörend aromatisch und wird von vielen im Internet aktiven Enthusiasten den (teilweise deutlich) teureren Varianten vorgezogen. Aber auch so ist der Kaffee mit 17,50€ pro Kilo nicht gerade billig. Jemand, der schon mal gute Espressobohnen aus einer Privatrösterei bezogen hat, verzieht dabei allerdings auch keine Miene mehr.

Die Zubereitung ist glücklicherweise schnell gut gemeistert: Drei bis vier TL Pulver in den Filter geben und Sieb ordentlich festdrücken. Über einem Glas mit drei bis vier TL gesüßter Kondensmilch darin platzieren, ein paar Milliliter kochendes Wasser drüber geben und ca 20-30 Sekunden warten, bis das Pulver gequollen ist. Danach nach Bedarf aufgießen, ca 60-80ml. Deckel drupp, durchlaufen lassen – was durchaus 10 – 15 Minuten dauern darf -, dann rühren und mit Eis mischen.
Erfrischend und extrem belebend. Da muss sich mein heiß geliebter Espresso ganz schön einpacken!…

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